Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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199 Anfrage gefunden. Haben Sie die neue Bearbeitung Ihres Lebens Raschi's, non der am Schluffe der Einleitung zu den G. V.*) die Rede ist, zu Ende geführt? Gedruckt ist sie wohl niemals worden? Sie könnten wohl mit Leichtigkeit den gesammelten Schriften noch weitere Bände aus Ihrem Schatze folgen lassen? Ich möchte jetzt die Arbeit des Karäers Salmon b. Jeruchirn, die Pinsker herausgeben wollte, in Angriff nehmen. Die ״Kriege Gottes" sind trotz alles Scheltens und Keifens eine interessante Schrift. Sie soll auch den Nutzen für mich haben, einmal die Vorwürfe des Anthropomorphismus, die gegen den Talmud erhoben wurden, aus den Quellen zu studiren. Muselmänner, Karäer und Christen werden hier unter den Gegnern zu nennen sein. Unser erstes Seminarprogramm wird jetzt gedruckt werden. Ich habe dabei die unangenehme Arbeit einer bibliographischen Verzeichnung aller für die Bibliothek eingelaufenen gröberen und einzelnen Geschenke. Erfreuen Sie bald mit Ihren Mittheilungen Ihren Sie allezeit verehrenden David Kaufmann. Am Rande notirt Zunz: beantw. 24. Juni. 45. Zunz an Kaufmann. Ihre ausführlichen Briefe mit Erörterungen mancherlei Art sind mir angenehm, obgleich meine arme Correspondenz wenig dafür thut. Hat weine Recension noch in anderen Blättern Aufnähme gefunden? Für eine zweite Auflage meiner deutschen Briefe, und nur für eine solche, passen meine Bereicherungen im Mscr. Daß die reichen Juden für die Wissenschaft kein Geld haben, wußte ich bereits vor 60 Jahren, erwarte auch von ihnen keine Besserung. Weitere Bände gebe ich nicht heraus, und an die alten Arbeiten lege ich nicht mehr Hand an: Seele, Gemüth und Leib gebieten mir Ruhe. Sie aber sollen rüstig weiter arbeiten, denn bei der Dummheit, Bosheit und dem Knechtssinne des armen wie des reichen Pöbels darf, wer Kraft und Talent hat, nicht still sitzen wie der abgelebte und trauererfüllte Berlin, 24. Juni 1878. Zunz. 46. Kaufmann an Zunz. Am Rande notirt Zunz: beantw. 10. Juli. Budapest, 26. 6. 78. Sie haben mittlerweile sicherlich die von mir an Sie geschickte letzte Nummer des Litteraturblattes^) erhalten, in dem zu 1) 2. Aufl. S. XIII. 2) Jüd. Lit.-Bl. VII (1879), S. 100.