Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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167 meine gesammelten Schriften, S. 29; das Manuscript hat Günsburg mit nach Breslau genommen*): die Arbeit wie die Herausgabe ist unterblieben. Kabbala und mittelalterliche, jüdische Philosophie haben in griechischen, arabischen und jüngeren Schriften ihre Wurzeln: dieses Studium, das mich nie angezogen, indem es großenteils vererbten Aberglauben zum Fundamente hat, ist schwierig, vielleicht nutzlos; jedoch folge jeder seiner Neigung und vielleicht richtigen Ansicht. Nächsten Oetober, wenn ich solange lebe, verlasse ich meine jetzige Wohnung, in welche ich 1857, April, eingezogen: Ich muß also mich nach einer anderen umsehen, welches Geschäft in Berlin weit unangenehmer als das Ausziehen selber ist. Daß man im 81. Lebensjahre, ohne Familienbeistand, mit solchen Sorgen und Geschäften bewirthet wird, ist kein euklidischer Beweis für die göttliche Allgüte. Nun habe ich genug gelästert und gescholten: es ist also Zeit aufzuhören. Erfreuen Sie bald wieder mit einem Briefe den vor 55 Jahren glücklicher gewesenen Sie hochschätzenden Invaliden Berlin, 9. April 1875. Zunz. 9. Sehr geehrter Herr Dr. Obwohl meine Schreibelust gering und noch geringer der Ertrag des Schreibens, für den Empfänger ist, kann ich doch die Beantwortung Ihres Briefes vom 12. v. M. nicht länger aufschieben. In meine gesammelten Schriften können die gottesdienstlichen Vorträge nicht ausgenommen werden; dawider ist das Verlagsrecht und der Umfang des Buches. Ich besitze von ס״המעלות weder eine Uebersetzung noch Anmerkungen: die Pläne vom Jahre 1817 sind nicht zur Ausführung gekommen. Gegen Ausfälle der Zeitungsschreiber — die nicht einmal meine deutschen Briefe beachtet, oder erwähnt haben — bin ich abgestumpft; wenn Bismarck nichts gegen das Pabstthum vermag, ist mein Unvermögen gegen die Ortho- und sonstigen Doxen entschuldigt: Wenn Spinoza und Kant nichts ausrichten — überwundene Standpunkte bei den heutigen Schmierern — habe ich * 2ננם) kein Recht zu größeren *) Es ist aus seinem Bücher-Nachlaß an die Bibl. der Synagogen- Gemeinde Breslau gekommen. Vgl. Näheres bei Brann in der Monatsschrift für Gesch. und Wissenfch. des Judenth., Jahrg. 1894, S. 493 f. 2) Zwerg.