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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 164

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
Date
1902-01-01
Page
Seite 164 (sequence 6)
Language
German
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164 4. Geehrter Herr! Mit verbindlichem Danke für Ihr freundliches Schreiben vom 9. d. M., das wegen der übertriebenen Lobsprüche mich beschämt, verbinde ich einen zweiten wegen der Beurtheilung meiner deutschen Briefe in der Schlesischen Presse*), die doch wahrscheinlich von Ihrer Feder ist. Wäre ich nicht in diesem Sommer durch die andauernde Krankheit meiner Frau2) so zu allem unfähig, hätte ich mich über letzteres Büchlein etwas ausführlicher ausgelassen und auch sonst mehr zu fragen gehabt. Allein ich bin zum regelmäßigen Correspondiren jetzt unfähig und bitte Sie daher, falls Sie mich sonst noch mit einem Briefe bedenken wollen, nicht auf regelmäßiges Beantworten rechnen zu wollen. Mit vollkommener Hochachtung Berlin, 12. August 1874. Zunz. 5. Herrn Dr. D. Kaufmann in Breslau. Sehr geehrter Herr! Sonst habe ich, wie Walter Scott, schnell beantwortet; jetzt mehr geistig wie leiblich zerrüttet, fürchte ich mich vor meinem eigenen Briefe, denn er hat entweder gar keinen oder einen betrübenden Inhalt. Ihre schöne Abhandlung über die Herzenspflichten^), wofür ich zu danken habe, habe ich theilweise gelesen; jedoch in den philosophischen Disciplinen weniger, als recht ist, zu Hause und wenig zum Nachdenken über abstracte Lehren fähig und gestimmt, muß ich ein Urtheil, wofern ein solches erwartet wurde. Befähigteren überlassen. *) Den Brief vom 10. März (oben Nr. 3) hatte Zunz offenbar vergessen, als er diesen schrieb. 2) Näheres über sie in dem seltenen Schriftchen: „Adelheid Zunz." Ein Angedenken für Freunde. Als Manuskript gedruckt. Berlin 1874. Druck von H. S. Hermann, Beuthstr. 8. (8) SS., 8. Es ist unterzeichnet: F. Lt. sd. i. Fürchtegott Lebrecht, geb. 16. Novbr. 1800 in Beyersdorff, gest. in Berlin 1876]. Ihre Mutter Brendel war eine Enkelin Joseph Frankels, eines Bruders des Berliner Oberlandesrabbiners David Frankel, des Lehrers Moses Mendelssohns (Landshuth, DW S. 59). Sie selber war die Namensträgerin ihrer Großmutter Edel, verehel. Juda Ephraim Levy (HS. Landshuth A 30, S. 8 f.) Vgl. auch unten die Briefe Nr. 10. 36. 3) Brann, Verzeichniß der Schriften und Abhandlungen David Kaufmanns [ttrt Gedenkbuch zur Erinnerung an David Kaufmann, herausgegeben von Brann und Rosenthal], 25.

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