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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 161

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Mittheilungen aus dem Briefwechsel zwischen Zunz und Kaufmann
Date
1902-01-01
Page
Seite 161 (sequence 3)
Language
German
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— 161 — Jerusalem", für die „Jüdischen Familienpapiere" und „Daniel Deronda," sondern auch für die Heroen der jüdischen Wissenschaft geschwärmt hat, dem wird die glühende Verehrung, die er dem Altmeister entgegenbrachte, und die überschwängliche Begeisterung, mit der er ihr bei jedem Anlaß Ausdruck gab, so leicht nicht aus dem Gedächtniß schwinden. Schon als junger Student im vierten oder fünften Semester wagte er es einmal, an des Alten Thür zu klopfen und eine Auskunft für eine Arbeit zu erbitten, die, wenn ich mich recht entsinne, für Graetzens historische Hebungen bestimmt wari). Die Anfrage blieb ohne Antwort, und Zunz erinnerte sich später?) nicht einmal, den Brief empfangen zu haben. Als dann aber zwei Jahre nachher die „Deutschen Briefe" erschienen und Kaufmann feine Besprechung derselben in der „Schlesischen Presse" mit einem Begleitschreibens einsandte, knüpfte sich ein Briefwechsel an, der ununterbrochen bis zum Tode des Meisters fortdauerte. Kaufmann hat die Briefe — 81 an der Zahl — wie einen kostbaren Schatz gehütet, und seine Wittwe hat sie mir in dankenswerthester Weise zur Herausgabe überlassen. Die ungleich zahlreicheren Briefe Kaufmanns hat Zunz selber eines Tages dem Absender wieder zugestellt. Auf einem seinen eigenen Briefen beigelegten Blatte notirt darüber Kaufmann: „Von Zunz Sonnabend, den 22. Juli 1882 zurückerhalten, damit sie, wie er sagte, sicher verwahrt seien und mit seinen Antworten zusammen ein Ganzes bildeten. Die noch nicht beantworteten behielt er, wie er ausdrücklich sagte, zurück. Norderney, 27. Juli 1882." Bei welchem Anlaß das geschah, ergiebt sich aus den Zeilen, die Kaufmann einen Tag früher von Norderney aus an mich geschrieben hat: „Ich habe mir vorgenommen. Dir für das liebe Briefchen zu 1) Vgl. Nr. 1, S. 162. 2) Nr. 6, S. 165. 3) Nr. 2, S. 163. Die Briefe Nr. 1 und 2 befinden sich in der Sammlung, welche der Bibliothek der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums gehört. Ich verdanke ihre Abschrift der Freundlichkeit des Herrn Bibliothekars M. Barol. Es sind die einzigen, die Zunz bei der Zurückgabe an Kaufmann übersehen hat. Daraus erklärt sich wohl auch die Aeußerung in Nr. 6, S. 165. 11

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