Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Moses und Michel Angelo
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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ich das letzte Mal erst übersehen, dann aber beanstandet habe, ob ich sie hier mittheilen solle oder nicht. In Ihrer Umgebung und überhaupt in so leichten und losen Unterhaltungen, Wie die unseren, sollte man mit den schweren Geschützen der Gelehrsamkeit nur selten in das Kleingewehrknattern einbummen. Das macht das Ganze wiederum entweder schwerfällig, oder theilt ihm das Ansehen eines Kindes im Harnisch seines ritterlichen Vaters mit, einen Zug von Lächerlichkeit und Prahlerei. Nur da, wo man eben eine solche Wirkung bezweckt, sollte man das gewichtige Wort der Alten in ihrer pouderosen Sprache anführen. Doch habe ich diese Stelle heute Ihnen mitzutheilen gewagt. Sie ist eine gute Stütze Ihrer voriges Mal mit einem so schönen Zürnen abgegebenen Erklärung über die Verunstaltung des hohen Propheten mit jenen hornähnlichen Tupfen, Knollen, oder wie man sie sonst bezeichnen mag. Den Thierhörnern gleichen sie auch nicht ganz, wie die der Satyrn, sondern mehr den unvollständigen Ansätzen dazu, wie man sie bei jährigen Rindern wahrnimmt. Hier ist die beregte Stelle, die ich aus einem der sogenannten erratischen Papierschnitzel mit der Pagina, auf die sie sich bezieht, gefunden habe. In der 9. Satyre des ersten Buches sucht Horaz mit einiger Bosheit sich von einem der vielen sich an ihn drängenden Poetaster, die gern bei Mäcen Zutritt haben wollen, los zu reißen. Horaz kann sich mit allen Ausflüchten nicht von dem Schwätzer losmachen. Er ruft einen Freund an, von dem er Hilfe hofft; doch dieser, seine Noch bemerkend, ist boshaft genug, ihn seinem Quälgeiste zu überlassen. Er schützt den Sabbath vor und auf eine unanständige Frage des Horaz, in der er den Juden eins anhängt, antwortete er mit ähnlicher Frechheit und entschlüpft ihm. Zu dieser bekannten, etwas dunkelen Stelle im Horaz hat Bentley, sein berühmter Kommentator, eine etwas dumme Konjektur eines Scholiasten hinzugesügt, wegen welcher sein Nachfolger I. M. Gesnerus ihn etwas gröblich ansährt. Er ruft dabei die Manen Baxters, eines noch früheren, dem Bentley vorangegangenen Erklärers des Horaz an, und sagt: Mosehn zu einem Kastraten, ist noch etwas ärger, als ihn zum Hornträger machen. — Sie sehen, Frau Rämdohr, daß Sie weder die einzige noch die erste sind, die . jene Dar-