Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Moses und Michel Angelo
Date
1902-01-01
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3111067-3111076-3113301--1258-3113381
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

61 Leopold Zunz nannte ihn wegen dieser Werke den „Philo des neunzehnten Jahrhunderts" und wenn auch Andere seinen Anschauungen widersprachen, so hielt ihn doch die Hingebung an dieselben schadlos und belebte noch im höchsten Alter seinen Muth zum Kampfe. „Der einsame Wanderer," so schreibt über ihn Professor Heinrici-Leipzig in seiner Lebensbeschreibung Twesten's, „mit dem weichen Herzen, von den höchsten Problemen der Religion und der Frage nach dem Loose seines Volkes unablässig bewegt, liebevoll und rücksichtslos, rechthaberisch und hingegeben — von neuem in den Tagen des Alters öffnete er sein Zelt in der Wüste und lud zum Eintreten ein!" Die religions-philosophischen Werke hat Steinheim zum größten Theil nicht mehr in Altona verfaßt, sondern in Rom, wohin er seit 1845 übergesiedelt war. In Rom, und damit kommen wir auf den Gegenstand der folgenden Veröffentlichung, entstand auch eine Abhandlung „Streifereien durch Rom und seine Campagna." Dieselbe blieb ungedruckt und fand sich in seinem Nachlaß vor. Sie enthält zahlreiche Abendunterhaltungen mit hervorragenden Männern und Frauen, deren wirkliche Namen nicht genannt werden, über verschiedene zum Theil das Judenthum berührende Fragen. Begonnen wurden dieselben am 10. November 1857 in der Villa Sabatier nach der Rückkehr von Florenz, fortgesetzt in der Villa Auriemma. Daß der folgenden Veröffentlichung einer dieser Abendunterhaltungen die persönliche Färbung nach mancher Beziehung nicht fehle, will ich aus Briefen Hermann Allrners', des bekannten Marschendichters, an die Wittwe im Jahre 1870 das Folgende mittheilen: „Liebe und hochverehrte Frau! Mit Ihrem lieben Bilde, das ich vor einiger Zeit durch Frl. Murtfeldt erhielt, haben Sie mir eine rechte Herzensfreude gemacht, da es wieder eine ganze Welt von schönen Erinnerungen aus einer glückerfüllten Vergangenheit vor meine Seele führte, sowie es damit zugleich ebenso lebendig mahnend die Erinnerung an eine schwerwiegende Briefschuld in meinem Gewissen wach ries. Aber nur der Nachlässigkeit im Schreiben darf man mich zeihen, nicht der des Vergessens. Nein, Sie wissen nicht, wie oft ich in Liebe und Verehrung Ihrer gedenke und jener Stunden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.