Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 29)
- Language
- German
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47 dessen Predigten namentlich die Auslegung der heiligen Schrift in sehr geschickter und anziehender Weise zu Grunde liegt. Von den Jüngeren sind Ludwig Rosenthal und David Feuchtwang zu erwähnen, die beide Sammlungen von Predigten herausgegeben haben. Ein origineller Redner ist L. Sch lessing er, der dem Ziel, das ich eben unseren Rednern gewünscht, nämlich die Zeitgeschichte vor allem in den Kreis der Betrachtung zu ziehen, am nächsten kommt. Die Kinderpredigten von S. Hochfeld haben warmen Anklang gefunden. Es bleiben noch die Reden und Betrachtungen von I. Kohn, M. Ellguther, L. Weiler und S. Meyer zu nennen. Viele Einzelpredigten, die im Laufe des Jahres erschienen sind, lassen sich natürlich nicht besonders aufzählen, obwohl gerade unter diesen manche vortreffliche Leistung zu rühmen wäre. In diese Rubrik gehören wohl auch noch die ansprechenden und volksthümlichen Aufsätze über Israels Weltanschauung, die Max Beermann unter dem Titel: Die stimme Jakobs herausgegeben. Sehr traurig steht es diesmal um die pädagogische Littcratur. Nachdem die letzten Jahre eine ganze Reihe von Lehrbüchern der jüdischen Geschichte und Litteratur gebracht haben, ist diesmal so gut wie garnichts hervorzuheben. Nur ein kräftiges Mahnwort, welches M. Steinhardt an die jüdischen Eltern in Betreff der konfessionellen Schule richtet, will ich hier ausnehmen; sonst ist nur noch der zweite Theil des hannoverschen Lesebuches von den Lehrern Levy und Reuß, die deutsche Uebersetzung zum hebräischen Gebetbuche für den Schulgebrauch von Heinrich Einstädter, die biblische Geschichte und Religionslehre von I. Mauthner und S. Kohn und ein Lehrbuch der hebräischen Sprache, das diese als eine lebende Sprache behandelt, in zwei Bänden von P. L. Fischmann und L. Liebermann zu erwähnen. Auch die Erzählungslitteratur hat im verflossenen Jahre nicht viel Rühmenswerthes hervorgebracht. Eigentlich sind es nur noch die Engländer und Amerikaner oder die Russen und Polen, die auf diesem Felde etwas Selbständiges schaffen. Man sagt, daß die Litteratur eines Volkes nur so