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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 45

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1902-01-01
Page
Seite 45 (sequence 27)
Language
German
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45 Von zusammenfassenden Arbeiten ist aus dem Gebiete der jüdischen Litteraturgeschichte in diesem Jahre nichts erschienen, aber ich muß doch zum Schlüsse wenigstens von den Übersetzungen sprechen, die meiner Geschichte der jüdischen Litteratur in ebenso ehrenvoller, wie zum Theil unberechtigter Weise gewidmet worden sind. Von einer polnischen Uebersetzung meines Buches habe ich nicht einmal ein Exemplar erhalten; eine vorherige Anfrage wegen der Erlaubniß zur Uebersetzung ist "selbstverständlich nicht erfolgt. Ich habe nur durch einen Zufall von der Existenz dieser Uebersetzung erfahren, und zwar als ich vor einigen Wochen in Warschau das Schaufenster einer sehr bekannten Buchhandlung aufmerksam musterte, um die Novitäten der polnischen Litteratur auf diesem allerdings etwas schwierigen Wege wenigstens äußerlich kennen zu lernen. Ich war natürlich nicht wenig erstaunt, als ich plötzlich unter all den polnischen Autoren meinen Namen entdeckte. Die Uebersetzung ist, wie mir von Sachkennern versichert wird, recht schlecht, dafür sollen aber die nächsten Lieferungen desto besser übersetzt werden. Ich denke dabei an den Witz von Zunz beim Erscheinen der ersten Bände der Geschichte der Israeliten von I. M. Jost. Da sagte er zu Heine: „Er enthalte sich alles Urtheils darüber, weil es doch möglich sei, daß die ersten Bände vorsätzlich so schlecht geschrieben worden seien, damit die späteren Bände desto glänzender ausfallen." Im Uebrigen kann ich aber nur sagen: Derartige Ungezogenheiten kommen nicht blos in Israel vor. Meine Allgemeine Geschichte der Litteratur wird gegenwärtig ins Russische übersetzt, ohne daß Verleger oder Autor dieserhalb auch nur mit einer Zeile bei mir angefragt oder gar ein Exemplar der Uebersetzung mir zugeschickt hätten. Auch in Amerika, Dänemark, Holland u. s. w. erlaubt man sich derartige kleine Scherze. Mit größerer Anerkennung darf ich von der französischen Uebersetzung meines Buches sprechen, die die Großrabbiner von Nancy und Bayonne, Jsaac Bloch und Emile Levy, angefertigt haben und die, soweit ich es beurtheilen kann, eine vorzügliche ist. Natürlich ist die Autorisation für diese Uebersetzung eingeholt worden, wie dies bei gesitteten Völkern üblich ist. Hoffentlich gehen die Wünsche in Erfüllung, die

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