Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 26)
- Language
- German
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44 Sprüchwörter. Vielleicht darf auch hier der in seiner Art wahrhaft einzige Sprüchwörter-Catalog von Ignatz Bernstein angefügt werden, in dem die jüdische Litteratur über Sprüchwörter nahezu vollständig ausgenommen ist. Der verdienstvolle Index zur haggadischen Litteratur, den Gabriel Müller herausgiebt, ist bis zum vierten Bande gediehen, die Real-Encyklopädie von I. Hamburger dagegen ist mit dem 6. Supplement-Heft zum erfteulichen Abschluß gelangt. Ein großangelegtes Wörterbuch des Neuhebräischen hat E. Ben- Jehuda in Jerusalem in Angriff genommen. Das Werk soll einem Zeitbedürfniß entgegenkommen und zuvörderst den die hebräische Sprache Sprechenden und Schreibenden die Möglichkeit geben, moderne Begriffe, in ein hebräisches Gewand gekleidet, zum Ausdruck bringen zu können. Die bisher erschienenen 2 Lieferungen zeigen uns, daß Ben-Jehuda dieser schwierigen Aufgabe nach jeder Richtung hin gewachsen ist. Auch das Jüdisch-Deutsche, der sog. Jargon, hat jetzt sein Wörterbuch. Erich Bischofs hat sich der Mühe unterzogen, nach einer älteren Vorlage einen solchen „jüdisch-deutschen Dolmetscher" zusammenzustellen. Ein Dictionary of the Yiddisch Language hat gleichzeitig Alex. Harkavy in Newyork herausgegeben. Die Jargonlitteratur ist auch in diesem Jahre fleißig bearbeitet worden, ohne daß etwas Hervorragendes anzuführen wäre. Einzelne Partien des rabbinischen Schriftthums behandeln die in zweiter Ausgabe vorliegende Schrift desgelehrten M.Mielziner über das jüdische Gesetz der Ehe und Ehescheidung und die Arbeit von A. Wolfs über das jüdische Erbrecht. Ferner die Studie von A. Klotz über Krankenbesuch und Trauergebräuche in Bibel und Talmud, und von M. H. Friedländer, der auch eine geschichtliche Skizze über die letzten großen Vertreter des Talmudstudiums zu Anfang des vorigen Jahrhunderts geliefert hat, über den synagogalen Gottesdienst nach Bibel, Talmud und späteren Gesetzeslehrern. In die Geschichte der Medizin gehören die Schriften von K. Li p p eüber die Embryologie der Rabbinen und von Max S a l o - mon über den bekannten marranischen Arzt Amatus Lusitanus, der durch seine Forschungen und Entdeckungen für die Historiker der Heilkunde ein ganz besonderes Interesse darbietet.