Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 23)
- Language
- German
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41 Ueberzeugung kommen, daß hier kein crimen laesae majestatis vorliegt. Am Meisten, und am Liebsten wird von unseren jüngeren Gelehrten das Gebiet der mittelalterlichen Religionsphilosophie, und was damit zusammenhängt, angebaut. Das ist auch gut so, denn Von dort können wir uns immer noch die besten Hilfsmittel für die reine Erkenntniß des jüdischen Gedankens holen. Namentlich von Meimuni und dessen Nachfolgern. Dies zeigt uns auch eine tüchtige Arbeit von I. Holzer, der unter dem Titel: Zur Geschichte der Dogmenlehre in der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters zunächst die Einleitung zum Perek Chelek mit dem ganzen kritischen Apparat giebt. In dieser Einleitung hat der große Denker aber schon die Grundgedanken seines späteren Hauptwerkes mit seltener Kühnheit und Klarheit ausgesprochen. Das Verhältniß des stommen Scholastikers Thomas von Aquino. zu Salomo Gabirol (Aveneebrol) behandelt M. H. Wittmann in den dankenswerthen Beiträgen zur Geschichte der Philosophie des Mittelalters, die Clemens Bäumcker seit einigen Jahren herausgiebt. Zu den Quellen der mittelalterlichen Religionsphilosophie des Judenthums, die jedoch ohne Zweifel in der talmudischen Literatur aufzusuchen sind, führt uns A. Schwarz in seiner grundlegenden Studie über den hermeneutischen Syllogismus in der talmudischen Literatur, also über Kal we-chomer, die in der That als ein wichtiger „Beitrag zur Geschichte der Logik im Morgenlande" erscheint. Von der vortrefflichen englischen Übersetzung, die die Ethik von M. Lazarus durch Henriette Szold in Baltimore erfahren, ist die zweite Hälfte erschienen, die ebenso wie die erste in Amerika verdiente Anerkennung gefunden hat. An Lazarus knüpft auch eine inhaltsreiche Schrift von M. Spanier über die jüdische Ethik und die fünf ethischen Ideen Herbarts passend an. In das Reich, der wissenschaftlichen Litteraturgeschichte gehören einige Dissertationen, in denen ältere Quellenwerke herausgegeben werden. Schade, daß mit solchen Editionen sehr oft nur der Anfang gemacht wird und daß die Fortsetzung wie der Schluß ebenso oft garnicht Nachkommen. Man kann wohl mit Sicherheit behaupten, daß von hundert