Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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37 sind namentlich die Kapitel über die Geschichte des Judenthums in Frankreich erweitert. Hoffenlich wird das Buch an seinem Theile dazu beitragen, viele Vorurtheile zu überwinden und böswillige Angriffe zurückzuweisen. Die Essays des Pariser Advokaten Ferdinand Dreyfus können hier gleich angeschlossen werden, da sie wichtige Beiträge zur neueren Geschichte der Juden in Frankreich geben. Von der nach den Quellen selbständig bearbeiteten jüdischen Geschichte von H. W. Ja Witz ist der 4. Band erschienen, der die Zeitperiode vom Anfang der macedonischen Herrschaft bis zum Verfall des hasmonäischen Königthums behandelt. Eine polnische Übersetzung der großen Geschichte von Graetz ist ebenfalls in Angriff genommen. Bisher ist nur ein Band erschienen. Eine Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart hat P. Wiernik in englischer Sprache geschrieben. Von Einzeldarstellungen sind besonders zu erwähnen die auf gründlichen Quellenstudien fußende geschichtliche Untersuchung von Immanuel Deutsch über die Regierungszeit der jüdischen Königin Salome Alexandra und die Wirksamkeit des Rabbi Simon ben Schetach, sowie die treffliche Widerlegung, die Leo Bäck vom geschichtlichen Standpunkt aus der Schrift Harnacks über das Wesen des Christenthums zu Theil werden ließ. Eigentlich gehört auch hierher das originelle Buch von Josef Krauskopf: A Rabbis Impressions of the Oberammergau Passion Play. Anknüpsend an einen Besuch der Oberammergauer Passionsspiele, den der geistvolle amerikanische Prediger im vorigen Jahre machte, schildert er zunächst das Spiel selbst und die Rolle, welche den Juden daselbst zuertheilt wird. Die Hauptsache aber ist der zweite Theil, der sich mit der wichtigen Frage beschäftigt, ob im alten Testament Prophezeiungen auf Christus Vorkommen, der sodann talmudische Parallelen zu den Sentenzen des neuen Testaments anführt und schließlich über Paulus als den Begründer und Verbreiter des Christenthums handelt. Das ganze Buch ist mit gründlicher Beherrschung des einschlägigen Quellenmaterials frisch und geistvoll geschrieben. Es ist gut, daß man auf jüdischer Seite zu den einschlägigen Fragen Stellung nimmt, was man bisher aus Opportunitätsrücksichten