Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 20)
- Language
- German
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38 nicht gethan hat. Der Hauptreiz des köstlichen Buches liegt in der fesselnden Darstellung. In Amerika fängt auch schon die Theologie an unterhaltend zn werden; bei uns ist sie noch lange nicht so weit. Das Buch von N. M. Sinowitz: Licht und Wahrheit über Jesus Christus, das sich bescheiden als „eine Offenbarung" ausgiebt, ist der beste Beweis für die Wahrheit dieser Behauptung. Die Geschichte einzelner Städte und Gemeinden hat auch in diesem Jahre eine ansehnliche Bereicherung erfahren. Hierzu rechne ich allerdings nicht die Arbeit von Besemer, dem bekannten Historiker der Antisemiten, dessen Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal ausschließlich im Interesse der Richtung geschrieben sind, der er sich nun einmal angeschlossen, auch nicht die Geschichte der Juden in Köln von dem auf gleichem Boden stehenden Th. Franzen, eher schon die Untersuchungen von F. Wiegand über Agobard von Lyon und die Juden. Außerdem gehören wohl hierher das Buch von M. Ga st er: Die Geschichte der Sephardim-Gemeinde in London, die sehr wichtige und gründliche Arbeit über die Inschriften des alten jüdischen Friedhofs in Frankfurt a. M. von M. Horovitz, ferner die eindringenden Untersuchungen von I. E. Scherer über die Rechtsverhältnisse der Juden in den deutsch-österreichischen Ländern, die den ersten Band einer Geschichte des Judenrechts im Mittelalter bilden, und eine sehr werthvolle Einleitung über die Prinzipien der Judengesetzgebung in.Amerika während des Mittelalters enthalten; sodann die Studie von Lucien Wolf über Manasse ben Israels Mission an Oliver Cromwell, endlich die verschiedenen Untersuchungen von M. I. Köhler über die Geschichte der Juden in Amerika. Die rechtlichen und sozialen Verhältnisse der altberühmten jüdischen Gemeinden Speyer, Worms und Mainz in der ersten Hälfte des Mittelalters hat Ephraim Carlebach gründlich untersucht. Die Judenverfolgungen im zweiten schwedisch-polnischen Kriege hat Louis Lewin auf Grund archivalischer Studien besprochen. Seine auf den Grund der Sache gehenden und mit alten Sagen streng aufräumende Arbeit an der Geschichte der Juden in Worms hat A. Epstein auch in diesem Jahre fortgesetzt. Demselben scharfsinnigen Gelehrten verdanken wir eine