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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 35

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1902-01-01
Page
Seite 35 (sequence 17)
Language
German
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35 Entwickelung der jüdischen Predigt, nämlich die Einleitungen zu den Midrasch-Perikopen, und den zweiten Theil der eindringenden Studien von M. W. RapoPort über den Talmud und sein Recht vom Standpunkt der vergleichenden Rechtsgeschichte, sowie die gelehrte Arbeit von M. Bloch überdas mosaisch-talmudische Strafgerichtsverfahren, so ist wohl das ganze Gebiet damit erschöpft. Mehr haben wir diesmal von der Thätigkeit auf geschichtlichem Gebiete zu berichten. Zwar sind nicht so viele, dafür aber einzelne sehr werthvolle Arbeiten erschienen. Als das Hauptwerk des Jahres gilt der erste Theil des in diesem Jahresberichte schon oft nach Verdienst gewürdigten Buches von Emil Schürer: Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi. Der erste Band war lange vergriffen und die dritte eben erschienene Auflage wurde von Freunden und Verehrern des Buches sehnlichst erwartet. Der Text hat zwar keine durchgreifende Aenderung erfahren, aber die Ergänzungen, welche in der Zwischenzeit nothwendig wurden, sind doch so zahlreich, daß der Umfang um mehr als hundert Seiten gestiegen ist. Besonders hervorzuheben ist der Zuwachs an Material, welcher durch neue Funde von Inschriften und Papyrustexten zur alexandrinischen Judenverfolgung und der amtlichen Steuerliste in Aegypten geboten wurde. Ein bereits angekündigtes Register zu allen drei Bänden soll nun das große Werk vervollständigen. Von Gesammtdarstellungen ist die Geschichte der Juden von S. M. Dubnow in erster Reihe zu nennen, von der bisher allerdings nur ein Band, und zwar in russischer Sprache, erschienen ist. Der Verfasser hat durch seine Skizze über die Psychologie der jüdischen Geschichte, die etwa vor drei Jahren erschienen ist, sowie durch verschiedene andere Beiträge seine Competenz für eine solche Arbeit längst erwiesen. Das Werk ist auf drei Bände berechnet, von denen der erste den Zeitraum von den Anfängen der israelitischen Volksgeschichte bis zum babylonischen Exil umfaßt. Eine nicht minder wichtige Arbeit ist der zweite Theil des Buches von I. Halevy: Dorot harischonim, der die Periode von der Beendigung der Mischna bis zum Abschluß 3*

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