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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1902-01-01
Page
Seite 33 (sequence 15)
Language
German
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33 — Richard Gottheil, Markus und Morris Jastrow, K. Köhler u. a. Der erste Band geht bis zur apokalyptischen Litteratur. Es ist ja natürlich, daß ein solches Werk noch Mängel verschiedener Art aufzuweisen hat, aber es wäre mehr als thöricht, sich bei diesen Mängeln aufzuhalten und deshalb dem Unternehmen die Anerkennung zu versagen, die ihm von Gottes- und Rechtswegen gebührt. Wir würden manches anders gewünscht haben; so -ist namentlich die Reklame, mit der das Werk eingeführt wurde, bedenklich, (ein Beurtheiler hat es sogar einen modernen Talmud genannt) nichtsdestoweniger wird man in der Jewish Encyklopedia ein Werk von bleibendem Werthe sehen dürfen. Der erste Band umfaßt 685 Seiten. Außer etwa 1000 Artikeln, die meist von berufenen Fachmännern geschrieben sind, enthält er 15O sorgsam ausgeführte Illustrationen: Reproduktionen biblischer Gegenstände wie Landschaften, Thiere, häusliche und industrielle Verrichtungen, Reproduktionen alter Manuskripte, Portraits hervorragender Persönlichkeiten, Proben alter Drucke, Bilder moderner Bauten, kurz eine Reihe der belehrendsten Bilder des Lebens und Schaffens unserer Gemeinschaft, die den Text wirklich illustriren. Wir lernen an zweihundert Abrahams kennen, von Abraham, dem Stammvater, bis zu Bernhard Abraham, dem französischen General, wir werden über Amulette bei den Juden, über Alchimie und Askese, über Musik und über das Gegentheil von Musik, nämlich über — den Antisemitismus belehrt; mit einem Wort, das Werk wird seiner Aufgabe gerecht, alles Wissenswerthe über das Judentum in alphabetischer Ordnung dem Leser vorzuführen. Außer den vierhundert Mitarbeitern und dem großen Redaktionsstabe sind von den hervorragendsten europäischen Gelehrten der jüdischen und christlichen Theologenwelt 29 als berathende Mitglieder herangezogen worden, deren Rath in jeder Angelegenheit von Bedeutung angehört wird. Es ist also das Menschenmögliche geschehen, um das Werk vollständig und korrekt zu machen. Man darf dem Unternehmen ein herzliches Glückauf zurufen. Das alte Wort: „Io meeder lejam hu" kann man längst nicht mehr spöttisch auf das Geistesleben der Juden in Amerika und England anwenden. Im Gegentheil! Es herrscht dort gegenwärtig eine größere Regsamkeit 3

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