Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 5 (1902)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 13)
- Language
- German
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31 er in seiner Schilderung Gefühle zürn Ausdruck bringen wollte, die er selbst nicht besitzt. Diese Gefühle aber sind es gerade, die die Leser kennen lernen wollen, um sich ein Bild von dem religiösen Leben des zeitgenössischen Judenthums zu machen. Die jüdische Exegese darf daher nicht einer bekehrungssüchtigen oder systematisch zerstörenden Kritik als Schleppenträger dienen. Vielleicht werden dann auch die jüdischen Autoren nicht so vernachlässigt werden, wie das gegenwärtig der Fall ist. Vor allem aber sollen sich die jüdischen Forscher auf diesem Gebiete ja in Acht nehmen, denen zu folgen, die das alte Testament als ein Werk betrachten, das fast in jeder Zeile des tradirten Textes von frommen Betrügern gefälscht sei. Dieses ist ja wohl der springende Punkt in der schrankenlosen, alles auflösenden Kritik der Graf- Wellhausen'schen Schule." Diese Bemerkungen Halevy's haben steilich keinen Bezug auf die wenigen Arbeiten jüdischer Gelehrten, die in diesem Jahr zu erwähnen sind. Eine neue deutsche Bibelübersetzung von S. Bernfeld verdient aufmerksame und volle Würdigung. DerZ.Band des hebräischenBibelkommentarsvonA.E.Ehrlich, der die Propheten enthält, wird wiederum ebenso viel Anerkennung wie Widerspruch Hervorrufen. Eine neue Ausgabe der Mikraot Gedolot kann nur die Sehnsucht nach einer wirklich wissenschaftlichen Ausgabe verstärken. Die Synonyna des Pentateuchs haben M. D. Asner und I. Grünbaum behandelt; ältere rabbinische Pentateuchkommentare haben Epp enstein von Salomon ben Astruc aus Barcelona und Bub er von Menachem ben Salomo herausgegeben. Beide sind interessante Beiträge zur Geschichte der Bibelexegese in Spanien vom 12. bis 14. Jahrhundert. Die interessanten Ansichten eines späteren Forschers, Baruch ibn Baruch, über Kohelet hat David Leimdörfer behandelt. Vorzügliche Uebersetzungen des Hohenliedes und der Klagelieder sind von M. A. Klausner erschienen, der gegenwärtig auch die Psalmen metrisch übersetzt. Von dem holländischen Bibelkommentar I. Vredenburgs ist der zweite Theil erschienen. Als ein Curiosum mag auch noch eine neue persische Bibelübersetzung, die für den Ritus der Juden in Buchara bestimmt ist, erwähnt werden. Es ist interessant, daß wir dank dem Sammelfleiße Elkan Adlers