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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1902-01-01 · 5 (1902) · p. Seite 28

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
5 (1902)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1902-01-01
Page
Seite 28 (sequence 10)
Language
German
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28 zu Tage gefördert. Die Fragmente des Sirach sind in ausgezeichneten Faksimiles in der Universitätspresse zu Oxford und Cambridge neu erschienen, und Taylor hat außerdem aus seiner und Schechters Kollektion verschiedene Fragmente ebenfalls mit Faksimiles ediert. Ein unermüdlicher Arbeiter auf diesem Gebiete P. Wendland hat den für die Geschichte der Septuaguinta so wichtigen Aristeas-Brief mit gewohnter kritischer Genauigkeit neu bearbeitet; die Bibelstudien von Deißmann, die wohl schon früher deutsch erschienen sind, haben bereits ihre gerechte Würdigung erfahren. Es sind noch zu erwähnen die Beiträge zur nordsemitischen Onomatologie von Chajes, der zweite Teil des Buches über die alexandrinische Hagada von Weinstein, der Vortrag von Baldensperger über das spätere Judenthum als Vorstufe des Christentums. Die deutsche Uebersetzung des Josephus von Clemenz ist mit dem 4. Bande zum Abschluß gediehen. Außerdem ist eine französiische Uebersetzung der Antiquitäten von I. Weill erschienen. Das Verhältnis des Josephus zur Halacha erörtert in Hinblick auf die jüdischen Strafgesetze Heinrich Weyl. Dieselbe Geschichtsperiode behandelt auch zum Teil eine neue Arbeit des auf diesem Gebiete seit Jahren thätigen M. Friedländer, nämlich den Antichrist in den vorchristlichen jüdischen Quellen. Der Verfasser hat durch seine Schriften über die Entstehungsgeschichte des Christenthums und die Stellung des Judenthums in der christlichjüdischen Welt und über den vorchristlichen jüdischen Gnosticismus bewiesen, daß er feine eigenen Wege wandelt. Seine These, daß schon vor Entstehung des Christentums geschlossene gnostische jüdische Sekten existirt hätten und daß die sog. Minäer eine solche gewesen seien, sucht er in diesem Buche durch eine Fülle von Detailausführungen zu beweisen. Der Ürtypus des Antichrist ist ihm der biblische Belial. Er ist der dämonische Verführer, der später im Bilde des Drachens oder der großen Schlange, die durch den Messias überwunden werden soll, dargestellt wird. Friedländer geht gegen die offiziellen Vertreter der jüdischen Wissenschaft in seinem Buche sehr scharf vor. Er meint, daß die jüdische Forschung hier wie so oft des rechten Weges verfehlt, deutlich markirte Spuren verwischt und große Verwirrung ängerichtet habe. Rach

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