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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 194

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die neue hebräische Litteratur
Date
1900-01-01
Page
Seite 194 (sequence 28)
Language
German
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194 Geschichte, Philosophie, Kritik, ernste Publizistik und gute Belletristik sind da vertreten. Auch als literarischer Leiter der Verlagsanstalt ״Achiaffaf" sucht er dieses Ideal zu verwirklichen. So erschienen in den letzten Jahren Uebersetzungen gediegener Werke aus dem Gebiet der jüdischen Wissenschaft (Güdemanns ״Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der abendländischen Juden während des Mittelalters"^, Steinschneiders ״Jüdische Literatur", Lazarus' ״Der Prophet Jeremias"). Von Originalwerken sind erschienen: ״Zunzens Leben und Wirken" von Rabinovstisch, eine Biographie Zacharias Frankels von demselben Autor; meine ״Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie" in zwei Bänden, ebenso von mir eine Biographie S. L. Rapaports, eine Biographie Michael Sachs', und eine ״Geschichte der jüdischen Resormationsbewegung" (im Druck). Außerdem erschienen noch in diesem Verlag mehrere historische Romane aus der jüdischen Vergangenheit von A. S. Friedberg in Warschau, eine Geschichte der Juden für die Schuljugend von Braunstein in Jassy und ähnliche Schriften, wissenschaftlichen, pädagogischen und belletristffchen Inhalts. Das Jahrbuch des ״Achiassaf" ist jetzt im siebenten Jahrgang erschienen. Indessen sind auch die jüdischen ״Modernen" nicht ohne buchhändlerische Vertretung. Die Verlags-Anstalt ״Tuschijah" in Warschau sorgt für die Verbreitung volksthümlicher Schriften, wobei die moderne Richtung nicht ausgeschlossen ist. Sie giebt jetzt eine aus zweihundert Bändchen berechnete ״Gesammtbibliothek" original hebräischer und fremder Schriften in hebräischer Uebersetzung heraus, von der bisher bereits siebzig Bändchen erschienen sind. Es ist erfreulich, daß wir diesen Rückblick mit einem zuversichtlichen Ausblick in die Zukunft der hebräischen Litteratur abschließen können. Immer neue Talente tauchen auf, von denen wir hoffen dürfen, daß sie sich später reichlich entfalten werden. Als lyrischer Dichter von großer Begabung verdient N. Bialik besondere Erwähnung,- ihm verdanken wir bereits eine Reihe herrlicher hebräischer Poesien. Auch von dem bereits erwähnten L. Lewin in Tomaschpol und von S. Mandelkern sind manche hübsche Gedichte erschienen.

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