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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 153

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Wie Steinthal und Lazarus Brüder wurden
Date
1900-01-01
Page
Seite 153 (sequence 6)
Language
German
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154 „Bergpredigt" u. A. bemerkt er wie entschuldigend, „mir ist es unmöglich, mich des Denkens zu entschlagen, und so fiel mir eben bei meinen Mandingostudien nicht blos Obiges ein, sondern auch etwas über Stoff und Form der Sprache, was ich mir auch sogleich niederschrieb. Das ist wieder so ein Hauptpunkt, wo noch viel Verwirrung herrscht und Klarheit wirklich schwer ist. Die Relativität dieser Begriffe an sich macht die Leute schon verwirrt; es kommt dazu, daß Arten von Formen geschieden werden müssen, die aber dann auch wieder zusammenfallen. Ich hoffe, daß mir hierbei mein semitischer Verstand gute Dienste thun wird. Gute Nacht." „Sonnabend den 25. Ich ärgere mich recht, daß ich noch immer meine Bücher nicht habe. Sie sind vor länger als vier Wochen abgegangen. Ich hätte mich gern noch eine Woche nach der Uebergabe eines Exemplars an Bunsen hier aufgehalten, von der Wirkung desselben und seiner Aufnahme überzeugt. Wie viel Träume ließen sich hieran knüpfen! — Jetzt aber, da mich gar keine Arbeit mehr an London fesselt, werde ich mit der Überreichung' meiner Schrift auch gleich Abschied nehmen. Es ist eine Kleinigkeit, aber nur Kleinigkeiten ärgern mich. Auch fange ich an, unruhig zu werden; ich gehe in Mahns Interesse nach Oxford und Middlesex. Einen Monat will ich Mahn schenken. Anfangs Februar hoffe ich in Paris zu sein. — Im Ganzen bin ich dabei weder heiter noch verdrießlich, leer an Stimmung, die Saiten meines Gemüthes schlaff. Zuweilen will mich der Gedanke überfallen, daß ich mich in Paris nicht nur langweilen, sondern sogar nutzlos langweilen werde. Der Gedanke muß schnell unterdrückt werden; aber es fehlt mir etwas; mir ist immer als müßte ich sagen: Donnerwetter! und dann einen kräftigen Entschluß kräftig ausführen. Und wenn ich das einmal thue, dann mag meine Philosophie frohlocken; denn ihr zu Gunsten muß der Entschluß ausfallen. Doch wer weiß was geschieht! Vielleicht arbeite ich mich in Paris durch, das wäre doch schön." Und er hat sich durchgearbeitet! — Beides ist nebeneinander gelungen: die philosophischkritische Thätigkeit, aus welcher die Widerlegung der Beckerschen Sprachtheorie und andererseits die materiale Bereicherung

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