Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3111067-3111072-3112998--0706-3113075- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
56 Sarah zum Weibe wählt. Aus Abram wird Abraham, aus dem πατήρ μετέωρος, der sich nur mit der Betrachtung des Himmels und der Natur abgab, wird πατήρ εκλεκτός ήχους der auserlesene Vater des Schalles, d. i. die von Wahrheit erfüllte Vernunft. Der Schall ist bei Philo das ausgesprochene Wort (vgl. de cherub. 2 Μ. I, 140: ήχε! μέν γάρ γεγωνός λόγος) der Vater des Wortes ist aber die Vernunft (ο νους). Auf dieser Stufe gelangt der Weise zur höchsten Erkenntnis, zum Erfassen der göttlichen Natur selbst, zum Gott Schauen. — Die Methode der Uebung (άσκησις) wird vorbereitet durch die Sinnesänderung (μετάνοια). Der Mensch wendet sich ab vom Sinnlichen: es tritt eine Art Auswanderung (αποδημία) ein, wie bei Henoch, der nach Gen.5,24LXX ״nicht mehr gefunden ward" (ούχ ηυρίσκετο) de praem. ac. poen. 3 II, 411, de Abrah. δ II, 4. — Das alte tadelhafte Leben verschwindet. Aber es kostet noch Mühe, zur Vollendung zu gelangen. Anfangs ist noch keine Kraft vorhanden, den Kampf gegen die Leidenschaft (παθΌς) zu führen. Der Asket thut daher besser, sich zunächst diesem Kampfe zu entziehen durch Entlaufen (ορασμός), wie Jakob bei Laban, Moses bei Pharao, Joseph bei Potiphar׳ s Weibe thaten. Später aber nimmt er den Kampf auf. Er greift die πα&η an wie Gad (desomn. II, δ,Μ.1,633), wie Darr. leg. alleg. II, 24—26 I, 83 ff. die Schlange am Weg, die das Pferd (das ποί9׳ος) beißt, so daß es den Reiter abwirft u. a. Bisweilen geht auch das Bild des Kampfes in das der Arbeit über. Der Asket ist der sich in der Tugend Hebende, wie dies unter verschiedenen Bildern von Philo ausgeführt wird (s. m. Philo S. 267 f.). Er ist aber bei seinem Streben von mancherlei Gefahren bedroht. Die Sinnlichkeit sucht ihn beständig in das Leben der Lust zurückzureißen, wie die Sophisteu versucht sie es immer wieder ihn zu berücken. Oft gelingt es auch, den Asketen wieder zu Fall zu bringen, oft auch ermattet er in seinem Streben (vgl. m. Philo S. 268). Doch Gott errettet ihn aus diesen Gefahren (quis res. div. baer. 12 Μ. I, 481) und er gelangt zuletzt zum entscheidenden Siege. Er tötet die ήδονή durch den Spieß des ζηλωτικός λόγος (Nu. 25, 7, leg. alleg. III, 86 Μ. I, 135) und dann wird Jakob der kämpfende Asket zum Israel dem Gott schauenden, und es