Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
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54 im zeitlichen Leben erst allmählich hervor. Der Zustand der Seele im kindlichen Lebensalter befindet sich in einer gewissen Neutralität zwischen gut und böse; schnell aber entwickelt sich durch das Erwachen der ηδονή der sündliche Zustand. Die ethische Entwickelung der Menschen vollzieht sich dann je nach ihrem Verhalten nach 2 entgegengesetzten Richtungen. Auf der einen Seite steht das Leben in der Sinnlichkeit, auf der anderen die Erhebung in das Gebiet der Vernunft. Was das Leben in der Sinnlichkeit betrifft, so wird die Seele angelockt durch die φίλτρα der αισθησις und wird von dieser bald gefangen genommen und immer tiefer in ihr Treiben hineingezogen. Ganz hängt sie bald am Leibe, klammert sich fest an die Materie, vergnügt sich an den glänzenden Erscheinungen der sinnlichen Dinge und führt einen βίος άβίωτοζ quis rer. div. haer. 8 ff. Μ. I, 478 ff. Der Zustand dieses Lustlebens ist aber kein glücklicher. Beständig von der Hitze der Leidenschaft getrieben de sobriet 10 I, M. 399 ist die Seele unstät und flüchtig leg. alleg. 3, 1 Μ. I, 87 in einem peinvollen Zustande (il. 71, 75, Μ. I, 127, 129). Von Begierde taumelt der Sinnliche zum Genuß und im Genusse schmachtet er nach Begierde. Seine Seele ist in Beelphegor (de mut. nom. 18 Μ. I, 595); weit thut er alle Mündungen des Leibes auf, um die Ströme der Lust in sich aufzunehmen. Immer weiter entfernt er sich von Gott und von der Tugend (ds post Cain 3 Μ. I, 228 quis rer. div. baer. 8 Μ. I, 479) und endet in der vollständigen sittigen Versunkenheit, wie Aunan Gen. 38, 9 de poster. Caiu 53 Μ. I, 260. — Das geistige Leben verkommt in diesem Sinnengenusse. Es stellen sich verkehrte Urteile ein de ebriet. 40 I, 382 und zuletzt völlige Urteilslosigkeit ά[ΐαθία και άπαιδευσία leg. alleg. ΙΠ, 6 Μ. I, 91 ή παντελής αναισθησία de ebriet. 40 Μ. I, 382 (vgl. m. Philo S. 252 ff.), ferner törichter Mißbrauch des Wortes wie ihn die Sophisten treiben, (vgl. m. Philo S. 255 f.), ftevelhafte Auflehnung gegen Gott, wie sie Kam, die Erbauer des babylonischen Thurms u. a. zeigten (vgl. m. Philo S.254f.). Den Gegensatz zu dieser zum Verderben führenden Entwickelung bildet das Leben derjenigen, welche aus dem Sinnlichen zum Geistigen sich erheben, dem Ebraeus περάτης