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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 51

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
Date
1900-01-01
Page
Seite 51 (sequence 11)
Language
German
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52 oben bemerkt κατ’ εικόνα, beoo geschaffen ist. Die Aehnlichkeit besteht in der Vernunft (νους), die der Mensch empfangen hat. Diesem Vorbilde entspricht der Mensch allerdings nicht völlig; der volle Träger des νους ist der Logos als οίνδρωπος ουράνιος. Seine Aufgabe ist es zwischen Gott und Mensch zu vermitteln. Er ist Gottes Dollmetscher (έρμηνεύς 0־εου) oder Prophet Gottes, quod deus immut 28 I, 293). In dieser Stellung vermittelt er Gottes Offenbarungen an die Menschen. Aber andrerseits vermittelt er auch des Menschen Darbringungen an Gott als Priester. Er hebt die Sünden der Menschen aus durch seine hohepriesterliche Reinheit, mildert die Strafen für die Sünder durch seine ιλεως δυναμις, der er das Uebergewicht über die κολαστική Z. verschafft. — In seiner Lehre von der Welt entfernt sich Philo am Weitesten vom Standpunkte der Bibel. Wie Plato erklärt er den Stoff, aus dem die Welt gebildet ward, für etwas das Gott vorfindet und das der göttlichen Gestaltungskraft einen Widerstand entgegensetzt, den der Schöpfer niemals völlig zu überwinden imstande ist. Er bezeichnet die Materie auch mit dem stoischen Ausdruck als das *τακτόν αίτιον der Welt de opif. m. 2 Μ. I, 2. Nach der Bibel ist aber Gott nicht nur der die Materie formende, sondern auch der sie schaffende. Vorübergehend bricht auch diese Anschauung bei Philo ganz unvermittelt gegenüber seinen sonstigen Auffassungen in de somn. I, 13 Μ. I, 632 durch. An sich ist die Materie bei Philo sowohl eigenschaftslos als gestaltlos. Ein bestimmtes Gepräge erhält sie erst durch den Logos, der als λόγος τομεός dieses Geschäft übernehmen muß, da Gott selbst sich gar nicht mit der Materie befassen kann. In dieser bearbeiteten Form gewinnt die an sich tote Materie ein zeitweiliges Leben, wird zum wirklichen Dinge. Von einer Schöpfung im biblischen Sinne ist daher bei Philo prinzipiell gar keine Rede. Gott ist nur Bildner und Werkmeister. Er entwirft zunächst einen Weltplan, den κόσμος νοητός, nach dessen Vorbilde der Logos als δημιουργός die wirkliche Welt, den κόσμος αισθητός gestaltet. Die nähere Ausführung des Einzelnen schildert Philo in de opif. m. im Auschluß an 6-611. 1; freier aber bewegt er sich in seiner de plantat. 1 ff. I, 329 ff. vorgetragenen Kosmogonie.

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