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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 49

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
Date
1900-01-01
Page
Seite 49 (sequence 9)
Language
German
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50 Lehre von den göttlichen Kräften und deren Konzentration im Logos. Die göttlichen Kräfte haben eine gewisse Doppelseitigkeit der Natur> sie haben ihr eigentliches Sein in Gott, aber ihre Wirkungsspähre ist die Welt. Sie sind platonische Urbilder, Musterbilder der wirklichen Dinge.(αρχέτυποι ιδέα») de m. opif. mit §§ 4—9 und zugleich stoische wirkende Ursachen, die die vorhandenen Dinge schaffen und erhalten de conf. lingu 34 Μ. I, 431). Die Zahl dieser Kräfte ist unendlich. Sie bilden zusammen eine ideale Welt, welche das Vorbild der wirklichen Welt ist de monarch I, 6 Μ. Π, 218. Sie gehen von Gott aus wie die Strahlen vom Licht, wie die Hitze vom Feuer, wie die Flüsse von der Quelle, wie der Hauch vom Munde. Wenn der sich vorwärts bewegende Strom dieser Kräfte auf die Materie stößt, kommen die wirklichen Dinge zustande. Zwischen dem Geschaffenen und dem Schöpfer bilden dann die Kräfte die Vermittler, hinauf und herabsteigend auf der Leiter der Luft Gen. 28, 12. Nur durch sie greift Gott in die Wirklichkeit ein. Gen. 3, 22, 11, 7 etc. Sie sind auch die unzerbrechlichen Bande, welche die einzelnen Dinge zusammenhalten und zugleich die niedere Welt mit der höheren verbinden (de conf. lingn 33 Μ. I, 430). Eine besondere Funktion haben sie aber den Menschen gegenüber. Und zwar unterscheidet hier Philo entsprechend den midraschischen D'bmn mal pTt ma die beiden göttlichen Kräfte als κολαστιχή και χαριστική δύνααις quis.rer. div. haer. 34 Μ. I, 496, deren Symbole er in den Cherubim des Paradieses (de cherub 9 Μ. I, 144), in den Ge. 18, 2 Gott begleitenden 2 Engeln (de Abr. 24 f. Μ. II, 19) und in den Cherubim der Bundeslade findet. Die Deutung derselben auf die göttliche άγα&ότησ und έζοοαια nimmt Philo als seine eigenste Erfindung in Anspruch (de cherub 9 Μ. I, 143). — Die Zusammenfassung dieser Kräfte findet Philo in dem Logos, den er dann wieder wie ein einzelnes selbständiges Wesen anschaut. Wir haben in diesem Begriff einen Zusammenfluß von Gedankenelementen aus griechischer Philosophie und jüdischem Midrasch. Platonisch ist die Fassung des Logos als ιδέα τών ιδεών de migr. Abr. 18 Μ. I, 452, als αρχέτυπος ιδέα de spec. legg. 36 III, 333. Stoisch die Anschauung von der wirkenden und belebenden Kraft des

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