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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 48

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
Date
1900-01-01
Page
Seite 48 (sequence 8)
Language
German
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49 de Josepho zu sein. Doch ergiebt sich aus de Jos. 6 Π 46, daß Philo in jenen 6 bzw. 7 Urbildern den idealen Weltzustand darstellen wollte; Joseph aber sollte die Stellung des Weisen innerhalb des faktisch bestehenden Staatswesens markieren, wie schon sein Name κυρίου προς&εσις de Jos. 1. c., πρόςθεμα de mut. nom. 14 Μ. I, 592 besage, denn der Staatsmann, der Joseph bekanntlich in Aegypten war, bilde einen Zusatz zu denen, die nach der wahren Natur leben. Die zweite Hauptabteilung behandelt dann in dem großen Werke die einzelnen Gesetze selbst (νόμοι επί βέρους). — Das Bestreben Philo's war daraus gerichtet, sem eklektiches philosophisches System, das im Wesentlichen auf einer Vereinigung platonischer und stoischer Lehren beruhte durch die Kunst allegoristischer Exegese in das A. T. hineinzutragen. Die Gotteslehre Philo's war durch und durch heidnisch philosophisch, wenn er auch in der Ausdrucksweise sich an jüdische Anschauungen vom göttlichen Wesen anschloß. Sein Gott ist nicht der alte lebendige Gott Israels, sondern ein wesenloses Gedankending, ohne bestimmte Eigenschaften (αποιος) daher auch nicht für Menschen wahrnehmbar (ακατάληπτος), deshalb auch ohne Namen (άρρητος), ohne jede Beziehung zur Welt, wie bei Plato die Idee von jeder Berührung mit der Materie frei ist. Diese platonische Transcendenz fand nun aber bei Philo ihre Ergänzung durch die stoische Lehre von der Immanenz. Während noch jener Gott ganz außerhalb der Welt zu denken ist, ward er nach dieser das einzig Wirkliche in der Welt, die einzige Ursache aller Dinge. Er ist εις καί τό παν leg alleg. I, 14 Μ. I, 52, νους των δλων de migr Abr. 35 Μ. I, 466, το δραστήριον αίτιον, die einzige wirkende Ursache aller Dinge de opif. m. 2, Μ. I, 2, das überhaupt einzig Wirkliche in den Dingen. Nur das Schlechte in der Welt rührt nicht von Gott her. Im Menschen bildet Gott nur die Seele, die materielle Natur des Menschen' rührt nicht von ihm her. Für die Herstellnng dieser ruft er andere Mächte zur Hülfe Gen. 1, 26. Damit ist aber bei Philo wieder die Behauptung, daß alles von Gott herrühre, eingeschränkt. Das göttliche Wesen, wie es an sich ist, mußte von seinen in der Welt wirkenden Kräften geschieden werden. Das vollzieht sich bei Philo in seiner 4

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