Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 47

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
Date
1900-01-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3111067-3111072-3112998--0698-3113067
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

48 hielt die Uebersetzer für ιεροφανται καί προφηταi, welche den Geist des Moses erreichten. Darum konnten auch die Akzentzeichen und Spiritus der LXX. Offenbarungswert haben. Ebenso die Numeri der Nomina, die tempora der Verba. Bis ins Einzelne wurde auch die Geltung der Zahlen und chrer Werte geregelt, die Symbolik der Dinge und besonders der Namen in der heiligen Schirst fest bestimmt und mit diesen Größen in der Schristerklärung operirt. Das Mittel die Wahrheiten der griechischen Philosophie als den eigentlichen Inhalt der Thora zu erweisen, war gefunden. Es kam nur noch darauf an, sich seiner zu bedienen. Philo that dies in Synagogen-Vorträgen, die er zu Alexandria gehalten hat und in daraus hervorgegangenen schriftlichen Zusammenfassungen. Er legte in diesen die Thora allegorisch aus. Zuerst mehr atomistisch wichtige Fragen und Probleme herausgreifend in seinen ζητήματα καί λύσεις (quaestiones et solutiones), dann in seinen legum allegoriae in einer zusammenhängenden, unvollendet gebliebenen allegorischen Auslegung des Pentateuchs und endlich in einem systematischen Werk über Moses und seine Gesetze. Dieses letztere zerfiel in zwei große Hauptteile, davon der erste die Schöpfung (κοσμοποιία), der zweite die Gesetzgebung (νομοθετική), enthielt. Letzterer zerfiel weiter in zwei Unterabteilungen, von denen die erste die vorbildlichen Typen, die gewissermaßen in einzelnen Personen der heiligen Schrift lebendig gewordenen Gesetze (έμψυχοι νόμοι), darstellten. Diese bilden wiederum eine doppelte ^nas a, die der Vorstufe zur Tugend, zu der Enos (ελπίς der den ersten Schimmer der auflebenden Tugend geschaut hat), Enoch (ή προς το βέλτιον μεταβολή der sich wirklich der Tugend zugewendet hat) und Noah (ο φιλαρετος der Tugendfreund) gehören b, die zur Vollendung gelangende Tugend, welche Abraham aus dem Wege der Lehre (ή διδασκαλική αρετή) Jsaak durch die Güte seiner angeborenen Natur (ή φυσική αρετή) und Jakob durch ethische Uebung (ή ασκητική άρετή) erlangen. Alle diese Fakultäten vereinigt Moses als θεοφιλής in sich und bildet mit jenen 6 Tugendtypen der Vorstufe und Perfektion zusammen die heilige Siebenzahl. Störend scheint hier im Organismus des systematischen Hauptwerks die Abhandlung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.