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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 46

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
Date
1900-01-01
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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47 (Vgl. m. Philo v. Alexandria, Jena 1875, S. 9—16), als Vorbild benutzt worden (vgl. a. a. O., S. 25 ff.). So besonders bei Aristobulos und Philo selbst weist öfter auf Vorgänger in dieser Deutungsweise der heiligen Schrift hin (de septen. 18 ff. II. 242 ff.). Wir haben in ihm nur den abschließenden Systematiker der jüdischen Allegoristik zu erkennen, der sowohl die hermenentischen Regeln dieser Deutungsweise der Schrift als auch zahlreiche traditionelle Fälle ihrer Anwendung wie in einem großen Sammelbecken in seiner eigenen Thoraexegese vereinigte und der auch dem Ganzen zur systematischen Abrundung verhals. Die Allegoristik hat bei Philo ein festes System von Regeln κανόνες τής αλληγορίας de vict. offer. 5, II, 255 votxoi τής ά de Abrah. 15 II, 11), die wieder in 2 Hauptmassen zerfallen. Die eine derselben enthält die Regeln vom Ausschlüsse des Wortsinns. Es giebt zahlreiche Fälle, bei denen in der heiligen Schrift der Wortsinn überhaupt als unstatthaft erkannt werden muß. So wenn etwas Gottes Unwürdiges, in einer Stelle gesagt wird, wenn der Wortsinn unlösbare Schwierigkeiten bietet, wenn er geradezu Widersinniges, der Schrift nicht Würdiges enthält oder wenn eine Schriftstelle selbst andeutet, daß sie etwas anderes meine als was sie nach dem Wortverstande sage. Die zweite Hauptklasse der Regeln leitet auf die Ermittelung des höheren neben dem Wortverstande geltenden Sinnes hin. Ein solcher wird angedeutet durch Wiederholung eines Ausdrucks, durch einen auffallenden Ausdruck, durch einen anscheinend überflüssigen Ausdruck oder Zusatz, durch einen Wechsel des Ausdrucks; er wird ermittelt durch verschiedene Wortcombinationen innerhalb eines Satzes, durch Betonung der synonymischen Unterschiede der einzelnen Worte, durch Wortspiele, durch Ergründung des Wertes der Partikeln, durch Zergliederung der Bedeutung einzelner Wortteile, durch Abwägung der verschiedenen Bedeutungen, die' ein Wort haben kann. Der höhere Sinn kann auch gewonnen werden durch geringe Aenderungen am Wortlaute, auch an den Accenten und Spiritus. Daß man die griechische Uebersetzung der Bibel für ebenso inspirirt hielt als das hebräische Original, geht aus Philo de vita Mosis II, 7 Μ. II, 140 hervor. Er

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