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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 45

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Die Episode des jüdischen Hellenismus in der nachexilischen Entwickelung des Judenthums
Date
1900-01-01
Page
Seite 45 (sequence 5)
Language
German
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46 Philosophen, besonders bei Plato und teilweise Aristoteles, und bei den Stoikern. Eine Zeit lang ließ sich sogar die starre Abgeschlossenheit der palästinischen Lehrer herbei, die Schönheit der griechischen Sprache und Litteratur anzuerkennen (Sota 7, 3, Megilla 1,9) und die griechischen Dollmetschungen der Thora und der anderen heiligen Bücher zu gestatten. — Es schien anfänglich dieses Nachgeben einen großen Gewinn zu versprechen. Zahlreicher wurden je länger jemehr gebildete Griechen und Römer, die die Lehre von dem einen unsichtbaren Gott den überlieferten heidnischen Anschauungen von den Göttern vorzogen, deren Kulte ohnehin überall verfielen. In Rom selbst verbreiteten sich jüdische Gebräuche, Sabbath und Neumondfeste (Horaz Sät. 1,9, PersiusSat.5, 179—184) zum Aerger der aufgeklärten römischen Dichter. Seneca (bei Augustinus de civit. Dei VI, 11) klagt, daß die von den Römern Besiegten anfingen ״den Siegern Gesetze zu geben". Josephus contra Ap. 2,10 versichert, es gebe keine barbarische Stadt, wo nicht zahlreiche jüdische Gebräuche Anklang fänden. Der Apostel Paulus findet auf seinen Misfionsreisen überall heidnischeProselyten in den Synagogen (vgl. auchMatth.23,15), Heiden, welche sden jüdischen^ Gott fürchteten (A. G-. 16, 14, 18, 7 u. a.). Eine damals aussichtsvolle Bewegung suchte der jüdischen Religion den Charakter einer Weltreligion zu verleihen durch Vermählung des Judentums mit dem Griechentum. Nach den uns zu Gebote stehenden Nachrichten war Alexandria der Heerd, auf dem dieses Feuer sich entzündete, und Philo von Alexandria der welchistorische Träger dieser Bewegung. Er war ebenso entschiedener Jude auf dem Gebiete der Religion als Grieche auf dem der Philosophie und der Weltbildung. In der Vereinigung beider Elemente sah er die Vollendung des geistigen Lebens des Menschen, und das Mittel dieser Vereinigung bot ihm die Allegorie. Sie verlieh dem alttestamentlichen Buchstaben den Gehalt der griechischen Philosophie. Die Allegorie begegnet uns in der Geschichte fast sämtlicher heiligen Literaturen. Auch für ihre Verwendung beim A. T. ist Philo nicht der Begründer. Schon vor ihm waren in Beziehung auf die Auslegung des A. T/s die auch für sein philosophisches System maßgebenden Stoiker mit ihren allegorischen Deutungen des Homer

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