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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 30

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1900-01-01
Page
Seite 30 (sequence 10)
Language
German
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31 Amoräer", mit dem das große und grundlegende Werk zum Abschluß gelangt. Bacher hat seine Aufgabe glänzend gelöst, er hat alle Bestandtheile der agadischen Litteratur, die den Namen des Urhebers tragen, nach der zeitlichen Folge der Autoren lichtvoll gruppirt und den Stoff mit großer Kenntniß und nicht geringerem Geschick sachlich gegliedert. In den zwei Bänden über die Agada der Tanaiten, und die Agada der babylonischen Amoräer und in dem dritten Bande der palästinensischen Amoräer findet sich alles gesammelt, kritisch gesichtet und treu wiedergegeben, was an hagadischen Aussprüchen aus der Ueberlieferung der Schulen Palästinas und Babyloniens auf uns gekommen ist. Mit Recht hat Bacher der Gedanke mit hoher Genugthuung erfüllt, daß er zum ersten Mal in seinem Werke das Urheberrecht der alten Lehrer des Judenthums an dem, was sie zur Bereicherung der jüdischen Gedankenwelt beitragen, festgestellt und daß das Gedächtniß der Tanaiten und Amoräer durch sein Werk feste Gestalt angenommen hat. Es bleibt nur noch die Bearbeitung der anonymen Agada übrig, für die Bacher in seinem Werke dankenswerthe Fingerzeige giebt. Aber wer wird sich an dieses Unternehmen wagen, wenn nicht der Meister selbst? Insbesondere möchte ich noch auf die grundlegenden Hypothesen über die Entstehung der Tanchuma- Midraschim, die der ausgezeichnete Forscher auf diesem Gebiete Abraham Epstein dem Buche beigesteuert hat, Hinweisen. Die Art einer Erklärung des Talmuds nach kritischer Methode hat einer der gelehrtesten Männer auf diesem Gebiete, I. Levy, an einem einzelnen Tractate nachgewiesen. Bacher's Werk führt uns die Hallen der rabbinischen Litteraturgefchichte und Geschichte des Mittelatters ein. Für diejenigen, welchen die Fachstudien unzugänglich sind, hat I. Abrahams in seinen 0llaxt6i8 on jewish litterature ein sehr lesenswerthes und hübsches Buch geschrieben, das die Resultate der wiffenschastlichen Arbeit geschickt und geistvoll zusammenfaßt. Es ist eine Literaturgeschichte in nuce, die Niemand, auch der gelehrteste Forscher, ohne Nutzen lesen wird. Unter den einzelnen Beiträgen zur Erforschung der älteren rabbinischen Litteratur nimmt wieder Wilhelm Bacher mit seiner Arbeit über die älteste Terminologie

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