Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 3 (1900)
- Article
- Litterarische Jahresrevue
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3111067-3111072-3112997--0679-3113049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
30 Cohn hat über die Eintheilung und Chronologie der Schriften Philos eine Untersuchung angestellt, die Licht und Ordnung in dieses Chaos zu bringen geeignet ist. Von der hellenistisch Schriftauslegungen zu der palästinensischen und babylonischen übergehend, erhallen wir neue Midrasch-Texte vor allem aus den letzten Jahren aus Jerusalem. L. Grün Hut ist ein unermüdlicher Arbeiter auf diesem Gebiete. Sein Sefer Ha-Likkutim, von dem bereits drei Theile erschienen sind, enthält eine wertvolle Sammlung älterer Midraschim und wissenschaftliche Abhandlungen zur einschlägigen Litteratur, Salomon Buber hat den Kranz seiner Verdienste durch eine vorzügliche Ausgabe des Midrasch zu den Klageliedern mit einem neuen Blatte geschmückt, S. A. Wertheim er hat ein neues bisher unbekanntes Midrasch-Manuskript aus der Pariser National-Bibliothek edirt, M. Rosenfeld hat den Theil des Midrasch rabbah über den Tod Moses mit dem apokryphischen Buche verglichen und eine interessante Untersuchung über diesen Stoff in der hebräischen Poesie des Mittelalters angefügt. In das Gebiet der Targumlitteratur fällt die Arbeit von M. Ginsburger über das Fragmenten-Targum. Wenden wir uns der talmudischen Periode zu, so haben wir zunächst den Fortschritt der deutschen Talmudübersetzung von L. Goldschmidt, von der bereits einige Lieferungen des dritten Bandes erschienen sind, und der englischen Bearbeitung von M. Rodkinson, die uns jedoch noch nicht zu Gesicht gekommen, zu nennen. Einen Abschnitt der Tosefta hat M. Friedmann mit Einleitung und Kommentar herausgegeben. Sehr interessant ist die Ausgabe einiger Fragmente des jerusalemischen Talmuds, die Paul von Kokowstoff auch aus den Schätzen der Genizah zu Kairo mit zwei Faksimiles in den Publikationen der Peterburger Akademie veröffentlicht hat. Durch die Technologie und Terminologie der Müller und Bäcker in den rabbinischen Quellen hat G. Löwy einen wichtigen Beitrag zur talmudischen Archäologie geliefert. Die bedeutendste Schöpfung auf diesem Gebiete und sicher auch eine der bedeutendsten des ganzen Jahres ist der dritte Band von Wilhem Bacher: „Die Agada der palästinensischen