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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 28

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1900-01-01
Page
Seite 28 (sequence 8)
Language
German
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29 Publication der Fragmente des Aquila von Burkilt zu nennen. Fragen wir uns nun, was ist auf dem Gebiete der Bibelexegese von unseren Glaubensgenossen in diesem Jahr geleistet worden, so wird die Antwort günstiger ausfallen dürfen als in früheren Jahren. Wir haben drei große Bibelübersetzungen und Bearbeitungen zu verzeichnen, die sich allerdings in erster Reihe an das Volk und zum Theil an die Jugend wenden, die aber den bestimmten Zweck verfolgen, den aufmerksamen Leser in das Schriftwort einzusühren und ihm eine anschauliche und lebendige Vorstellung von dem Hergange und dem Verlauf der biblischen Geschichte und von den Verhältnissen zu geben, auf welche die Schriftworte sich zunächst beziehen, die sich ferner anschließen an die Bibelsprache und dadurch erst die Form zur modernen Darstellung und die vorzüglichen Bilder zur Veranschaulichung ihrer ewigen Wahrheiten annehmen. Es sind dies die Schul- und Hausbibel von Wohlgemuth und Bleichrode, die französische Bibel, die unter der Leitung des trefflichen Zadoc Kahn erschien, und die englische Bibel von C. G. Montefiore, deren zweiter Theil die Propheten und Psalmen umfaßt. Auch in hebräischer Sprache erscheinen fortwährend noch Kommentare zur heiligen Schrift, so der von Ehrlich, der die Resultate der modernen Bibelkritik mit den Forschungen der Exegese geschickt in Einklang zu bringen sucht, die homiletische Auslegung von Moses Thumim, der Kommentar zum hohen Liede von I. Halevy, zu den Psalmen von I. Heilpern, sondann die interessante Arbeit von Leimdörser zur Kritik des Buches Esther, zu den Psalmen von I. D. Eisenstein und zu Esra und Nehemia von L. Grünhut. Wie man sieht, regt es sich auch bei uns auf diesem Gebiete und man ist nicht mehr gewillt, die Andern in der Vorstellung zu erhalten, daß die Erklärung des Bibelworts ihre ausschließliche Domaine sei. Auch die Periode der hellenistischen Litteratur hat im Berichtsjahre werthvolle Schöpfungen aufzuweisen vor allem die Geschichte des jüdischen Hellenismus von dem englischen Prof. Mahaffy und die gründlichen Untersuchungen von A. Büchler über die Oniaden und Tobiaden. Leopold

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