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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1900-01-01 · 3 (1900) · p. Seite 24

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
3 (1900)
Article
Litterarische Jahresrevue
Date
1900-01-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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25 seines Vermögens zugesetzt hat. So ist es denn gekommen, daß die Vorsichtigen sich immer mehr von solchen Unternehmungen zurückziehen. Die Autoren müssen ihre Werke auf eigene Rechnung drucken, und die Buchhändler sind nur Kommissionsverleger. Das ist freilich für sie bequemer und ohne jedes Risiko, für die Autoren aber ist ein solcher Zustand auf die Dauer unerträglich und für die Litteratur selbst von schädlichster Wirkung. Es wird nicht anders und nicht besser werden, bis wir nicht wieder ein Institut zur Förderung der jüdischen Litteratur nach der Art des von dem unvergeßlichen Ludwig Philippson begründeten, wenn auch, den Anforderungen der Gegenwart entsprechend, mit etwas geänderten Tendenzen besitzen werden. Die Erfolge, welche die „Jewish Publication Association" in Amerika erreicht hat, sollten für uns ein deutlicher Fingerzeig sein. Ich zweifle nicht daran, daß heute auch in Deutschland ein solcher Erfolg möglich wäre, wenn auch der vor einigen Jahren unternommene Versuch nicht geglückt ist. Aber man muß immer von Neuem ans Werk gehen; einmal wird es sicher gelingen und dann wird für die jüdische Litteratur eine neue Aera ihren Anfang nehmen. Nach diesen einleitenden Bemerkungen gehen wir nunmehr zur Uebersicht der Leistungen auf den verschiedenen Gebieten unserer Wissenschaft während des Berichtsjahrs über. Wir beginnen auch diesmal mit dem Buch der Bücher. Die Wandlung, die sich in dem allgemeinen Urtheil über die Ergebnisse der radikalen Bibelkritik zu vollziehen beginnt, scheint eine gründliche zu werden. Selbst einer der ältesten Vertreter der Richtung gesteht nunmehr seufzend ein: Man werde wohl doch am Ende zu dem alten massoretischen Text zurückkehren müssen! Die Resultate der assyriologischen Forschungen erschließen sich immer größere Kreise und werfen ein immer helleres Licht auf das biblische Alterthum, indem sie Ueberlieferungen der heiligen Schrift in vielen Punkten bestätigen und die Sprachforschung erweitern. Gerade in den letzten Jahren hat die radikale Bibelkritik Schritt für Schritt vor den Ergebnissen der Assyriologie zurückweichen müssen. Zwar sucht sie noch immer die wichtigsten Punkte des von ihr eroberten und so lange occupirten Terrains zu behaupten:

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