Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Schmah Jisroel
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 267 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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267 „Aber Magid, Du beschimpfst ja Deine eigene Mlltter in: Grabe", warf die Tante ein, „verstehst Du denn nicht, daß das herzlos ist, was Du sagst?" „Das sag' ich auch immer", murrte der alte Mann. „Nein, mein Beichtvater katller Mc. Call tut nichts Schlechtes und verlangt nichts Schlechtes von mir. Er sagt, wenn unser Vater katholisch wird, dann ist Alles gut, dann hat die Seele unserer armen Mutter ihre ewige Ruhe, und auch wir sind dann anständige Kinder. O Tante, sei nich, böse", wendete sie sich zur alten Frau, „sieh' ich Hab' meine Mutter noch über's Grab hinaus so. gerne, denk Dir, wenn Deine Kinder Dich sollten leiden lassen und könnten Dir Helsen-" „Aber, Kind, bedenk' doch", erwiderte die Frau .etwas sanfter, „was Du; verlangst, er hat doch Eure Mutter auch nie jüdisch machen wollen imd Euch auch nicht!" „Ach, ich wollt' man hätt' uns nicht katholisch erzogen, wir wären daun verdamnll gewesen, ohne es zu wissen, aber jetzt, Tante, bin ich gläubig, und ich bin glücklich in meinem Glauben! Und wir könnten Alle glücklich sein, o so glücklich, wenn Vater nur wollte! O Vater — sie warf sich leidenschaftlich vor ihm nieder — hilf Deinen Kindern, hilf Deiner Frau, unserer Mutter im Jenseits, erbarme Dich ihrer, erbarme Dich meiner!" Sie blickte gespannt auf zu dem alten Manne. Er schüttelte den Kopf und sprach: „Ob Deine Mutter noch leidet, das weiß ich nit, aber ich wär' unglücklich, wenn ich tät', was Du willst, ich wär' nicht mehr ich." „O Vater, ist denn die katholische Religion eine Schande?" „Nein, Gott bewahre, aber ich glaub' nit daran und müßt mit einer Lüge leben und sterben! Das verlang nit von mir altem Manne — das nit, Kind!" „O Vater, laß' nur father Mc. Call mit Dir reden, er wird Dich bekehren, Du wirst glauben und glücklich sein. Ich werde für Dich beten, ich und Sarah, damit Du den rechten Glauben findest. Nicht war, Sarah, wir werden beten? Wir werden glücklich und in Eintracht