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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 188

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Ludwig Jacobowski
Date
1909-01-01
Page
188 (sequence 9)
Language
German
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188 Entzücken von diesem äußerlichen Studententum, er [egte ihm eine komisch berührende Wichtigkeit bei. Gewiß, es ist nur hübsch und nichts als dies, wenn er in den „leuchtenden Tagen", seiner reifsten Gedichtsammlung, derart das „Fuchsenglück" beschreibt: Zum erstenmal das Fuchsenband! Das ist ein Tag der Weihe. Ich geh' noch außer Rand und Band Und habe Mut für dreie. Die Mädels schau'n mich freundlich an, Das nimmt mich gar nicht wunder, Denn eirr Philister ist kein Mann, Das lebt so rum als Plunder. Was ist das Leben eine Pracht, Bis in die Fingerspitze! Am liebsten ging' ich heute Nacht Zu Bett mit Band und Mütze. Aber wenn der reise Mann einen schweren Liebesqram zu verwinden hat und kein anderes Heilmittel kennt als dieses: Ein altes Blut fühlt' ich in Adern rollen. Die eingesunkene Studentenkraft. Ich hatte Lust, die Erde anzutollen. — „Mann her! Und keinen Flaumbart ohne Saft!" „Kerl! Faust empor! Den Speergriff vor die Augen! Tiefquart war immer mein Paradestück! Zum Nachhieb will mir diese Hochterz taugen ..." Blutströmend sinkt ein fremder Kopf zurück . . .*) so berührt das peinlich, weil es zugleich flach und unsittlich empfunden ist. Und dabei ist es nicht einmal subjektiv währ. Denn Jacobowski hat ein schmerzensreiches Leben hindurch bewiesen, daß ihm das einzige und wahrhaft sittliche Mittel zur Ueberwindung jeglicher Qual, daß ihm hochstrebende Arbeit nicht fremd war. Aber ist es nicht vom psychologisch - kulturhistorischen Gesichtspunkte *) Die Verse stammen aus dem lyrischen Einakter „Glück", den Jacobowski jvenige Monate vor seinem Tode verfaßte, oder richtiger aus bereits vorhandenen Einzelgedichten, die dann als Nachlaß erschienen, in loser Verknüpfung zusammenstellte.

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