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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 183

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Ludwig Jacobowski
Date
1909-01-01
Page
183 (sequence 4)
Language
German
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183 Streben nach Entwicklung und Vollendung des [eigenen Selbst herausgelesen habe. — Ich weiß, wenn all mein Tun Zu Ende geht, Daß meines Namens Spur Wie Rauch verweht. Daß meiner Lieder Dust Wie Hauch vergeht, Und kamen doch von Herzen Wie ein Gebets In diesen frühgedichteten Versen des unglücklichen Mannes liegt sehr viel tieftraurige Wahrheit. „Wie ein Gebet" — das gilt für alle seine Arbeiten. Und doch werden die meisten „wie Rauch verwehn." Er starb zu früh-. Ludwig Jacobowski wurde am 21. Januar 1668 in Strelno (Provinz Posen) geboren. *) Sein erster Eindruck war Not, nichts als Not. Der Vater, ein ärmlicher Händler, immer geplagt „fünf Jungens satt zu kriegen", die Mutter leidend. Jacobowski selbst dreifach im Nachteil gegen seine Altersgenossen: Durch sein Schielen, sein Stottern, sein Judentum. Wie bald mag er dies dritte Leid als das schlimmste erkannt haben. Jacobowskis Eltern zogen nach Berlin, als er sechs Jahre alt war. Dort hat sich dann sein ganzes Leben Anm. An benutzten Vorarbeiten nenne ich 1. „Ludwig Jacobowski im Lichte des Lebens", herausgegeben von Marie Stona bei Schottländer, Breslau 1901. Dies ist ein Sammelbändchen zu Jacobowskis Ehren. Den besten Beitrag hat A. K. T. Tielo geliefert: „L. J.'s volkstümliche Bestrebungen". Eine kritische Skizze von Georg Brandes ist trotz mancher guten Bemerkung doch Wohl recht flüchtig geschrieben. Die andern Beiträge verraten mehr freundschaftliche Hingebung an den Toten als, kritischen Sinn. 2. Ein Essay Dr. Rudolf Steiners zu J.'s nachgelassenen Gedichten. Eine gediegene Zusammenstellung von Tatsachen. Steiner berichtet u. a. von einem 1896 entstandenen Drama aus dem dreißigjährigen Krieg: „Heimkehr". Diese Dichtung Jacobowskis war mir nicht zugänglich. Ich habe aber sein ganzes übriges Lebenswerk durchgearbeitet und kann nicht annehmen, daß mir die „Heimkehr" wesentlich neue Gesichtspunkte geliefert hätte. „Ein Zeitgemälde im großen Stile ist beabsichtigt", sagt Steiner.

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