Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Eduard Glaser
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 172 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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172 sogar ihren Schmuck! Ehre den wackeren Frauen, die, einfach und schlicht erzogen, von Haus aus sicherlich kein Interesse an katabanischen und himjarischen Inschriften hatten, denen auch an der Erforschung der arabischen Halbinsel sehr wenig gelegen war! Es waren junge Frauen, denen es sicherlich ein Opfer war, ihren Schmuck lange entbehren zu müssen — aber der junge Eduard Glaser hatte seine Begeisterung für seine Ideen und das Vertrauen auf den Erfolg seiner Unternehmungen auf seine Familie zu übertragen vermocht. Ich möchte meinen, daß auch diesen Frauen der Dank und die Anerkennung der Wissenschaft gebührt und daß es gerechtfertigt ist, ihre Namen zu nennen; es sind Frau Pauline Glaser, geborene Reimann, und Frau Marie Glaser, geborene Steiner, beide in Saaz, letztere schon vor vielen Jahren verstorben. Also solche große Schwierigkeiten hatte er schon in der Geldfrage überwinden müssen! Und dabei hatte er in Arabien ans das sparsamste gewirtschaftet. Einen großen Teil der Lebensgefahren, namentlich auf der Rückkehr von Marib, hätte er vermeiden können, wenn nicht andere, sichere Reisewege ihm zu kostspielig gewesen wären. . . . Nach solchen Opfern, wie sie in der Geschichte der Wissenschaft, selbst auf deren betrübendsten Blättern, wohl nur selten zu finden sind, war es wahrlich kein unbescheidener Wunsch, wenn er in seinen reifen Jahren eine Lebensstellung zu erlangen hoffte, die ihn vor Nahrungssorgen schützen und ihm die Mittel zu weiteren wissenschaftlichen Arbeiten bieten sollte. Da seine wissenschaftlichen Leistungen über allen Zweifel erhaben waren, so war wohl das Nächstliegende, daß man ihni einen Lehrstuhl an einer Universität anbot. Warum geschah dies nicht? Man konnte natürlich seine Bestrebungen mit den: Hinweise darauf bekämpfen, daß er ja niemals als Privatdozent an einer Universität gewirkt hatte. Formell war dieser Einwand begründet — wenn man darüber hin-