Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Eduard Glaser
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 171 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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171 — Weitaus den größten Teil des nötigen Geldes mußte er wohl oder übel sich selbst beschaffen! Wie brachte er dies fertig? Als Hauslehrer in Tunis sowie als Zeitungskorrespondent hatte er sich etwas, aber nur verhältnismäßig wenig erübrigen können. So trieb er auf seinen drei letzten Reisen in Arabien Handelsgeschäfte, die ihm die nötigen Mittel verschafften; er niußte, wie er sich selbst ausdrückte, nebenbei Handelsmann sein.... Er kaufte dort Altertümer, ethnographische Gegenstände, kostbare arabische Handschriften — alles natürlich zu einem niedrigen Preise, um sie in Europa wieder zu verkaufen. Auch wo er herrenlose, mit Inschriften bedeckte Steine fand, nahm er sie zum gleichen Zwecke mit nach Europa. Das Glück war ihm in dieser Beziehung günstig. Mehrere Institute, namentlich das Britische Museum, auch das Wiener Hofmuseum, erwarben einen großen Teil seiner Sammlungen. Kaiser Wilhelm I. kaufte seine arabischen Handschriften für die Königliche Bibliothek in Berlin. Auch ein deutscher Mäcen, Rudolf Mosse, erwarb um eine hohe Summe eine Anzahl Jnschriftensteine und Altertümer für das Museum in Berlin. So erwarb er sich die Mittel zu seinen jahrelangen Reisen in Arabien und noch eine Summe, um nach Vollendung derselben eine beschränkte Anzahl Jahre leben zu können. Teilweise aber hatte er, noch ehe er diese Mittel erwarb, sie schon verbraucht — mit anderen Worten, er hatte sich in schwere Schulden stürzen müssen, die er dann später zurückzahlte. Namentlich vor seiner zweiten Reise war dies der Fall. Die Mittel zu derselben verschafften ihm größtenteils seine Brüder, einfache Kaufleute in Saaz, die das Geld recht gut in ihrein Geschäfte hätten verwenden können. Ja, mehr noch: Um ihn mit möglichst reichlichen Mitteln versehen zu können, verpfändeten seine beiden Schwägerinnen