Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Eduard Glaser
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 160 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- Basra 1× ep/1044138
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160 Kenntnisse des Italienischen und Englischen; in unvollständigem aber immerhin noch nützlichem Umfange verstand er das Spanische, Holländische, Türkische, Czechische und andere Sprachen. Merkwürdig war seine Kombinationsgabe. Aus kleinen, unscheinbaren Anzeichen zog er oft in scharfsinniger Weise die richtigen Schlüsse und fand, wo eine naive Seele nichts gesucht hätte, das Richtige. Aber - oftmals schop,-er dabei weit über das Ziel hinaus und glaubte, wo tatsächlich nichts war, etwas zu finden; so mag ihm diese Eigenschaft vielleicht mehr geschadet als genützt haben. Ich erinnere mich noch, wie er während des letzten jemenischen Aufstandes, den er selbstverständlich mit gespanntem Interesse verfolgte, einmal mit aller Bestimmtheit ausries: „Jetzt Hab ich es: Achmed Feizi Pascha*) ist mit seiner Truppenmacht von Bagdad oder Basra durch die arabische Halbinsel nach Medina marschiert". Ich war ungläubig. Ist ein solcher Riesenmarsch möglich, mit einer Truppenmacht durch die Wüste, noch dazu innerhalb einer so kurzen Zeit, wie sie Glaser berechnete? — Aber siehe da, nach einigen Wochen erzählten es die Zeitungen staunend: Der greise Feldmarschall war in der Tat nicht zu Schiff, sondern zu Lande von Mesopotamien nach Medina gekommen. Einige weitere Kombinationen freilich, die Glaser daran knüpfte, waren sicherlich — wenigstens teilweise — unbegründet und als er dieselben in einem längeren Artikel im „Berliner Tageblatt" veröffentlichte, ward ihm eine recht unwirsche und wie mir schien, nicht ganz unberechtigte Erwiderung von offiziöser türkischer Seite in einem anderen Berliner Blatte zu teil, die er durch einen neuerlichen Artikel im „Berliner Tageblatt" nicht vollständig entkräften konnte. — *) Achmed Feizi Pascha war früher Feldmarschall in Jemen gewesen,—nebenbei ein „Schüler" Glasers, er hatte bei ihm Unterricht im Deutschen genommen — später war er nach Mesopotamien gekommen und wurde Anfangs des Jahres 1905 wieder als Truppenbefehlshaber nach Südarabien gesandt.