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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 145

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Eduard Glaser
Date
1909-01-01
Page
145 (sequence 11)
Language
German
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145 Umgangssprache sich in die arabische Sprache und in das arabische Milieu gewissermaßen einzuleben. Hierzu bot sich ihm eine treffliche Gelegenheit. Der österreichische Generalkonsul in Tunis, Dr. v. Theodorovich, suchte für seinen Sohn einen Hauslehrer Glaser bot sich hierfür an, erhielt diese Stelle und reifte im Oktober 1880, nachdem er seinen Posten an der Wiener Sternwarte aufgegeben, nach Tunis ab. Es waren gemischte Gefühle, die des jungen Menschen Brust erfüllten. Aus der einen Seite der Tatendrang der Jugend, die frohen Hoffnungen und Erwartungen aitf das Leben und Wirken in einer fremden Welt — aber ach, auch die Wehmut, die die Trennung von seinen Lieben hervorrief. Denn so robust sein Körper, so weich und zärtlich war sein Gefühl. Seine Tagebücher, diese kostbaren Aufzeichnungen, die noch der Veröffentlichung harren, beginnen mit dem Tage seiner Abreise nach Tunis und enthalten an diesem Tage ein Gedicht, das diese Stimmung wiederspiegelt und das man, obgleich man über das eine und andere lächeln mag, nur mit Ergriffenheit lesen kann. Würde er seine hochbetagten Eltern Wiedersehen? Dieser Gedanke beherrschte ihn vor allem. Seiner Mutter sollte es in der Tat nicht vergönnt sein, ihren geliebten Sohn wiederzusehen. Sie starb im Jahre 1884, nachdem sie seinen aufstrahlenden Ruhm mehr ahnen als erleben hatte können. Sein Vater dagegen hatte noch das Glück, die Erfolge seines Sohnes zu erleben; er starb erst 1895. In Tunis lebte sich Glaser rasch ein. Neben seiner Beschäftigung als Hauslehrer war er auch im Konsulat tätig und hier scheint es, namentlich während der stürmischen Ereignisse des Jahres 1881, nicht an Arbeit gefehlt zu haben. Das Arabische beherrschte er bald so vollständig, daß er als Dolmetsch fungieren konnte. Viel Interessantes konnte er damals hören und sehen, was er als Korrespondent der „Allgemeinen Zeitung" (damals in Augsburg) veröffentlichte. Manches allerdings durfte er nicht veröffentlichen, sondern hat es nur in den Konsulatsberichten io

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