Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Eduard Glaser
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 144 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 144 Ward sein sehnlicher Wunsch. Schon vorher hatte er aus Liebhaberei begonnen, in mühseliger Weise, ohne Hilfe von Lehrern, nur mittelst Grammatiken, fremde Sprachen, auch das Arabische, zu erlernen. Im Oktober 1873 trat Glaser an das Polytechnikum in Prag über, wo er sich mathematischen, physikalischen und geodätischen Studien widmete; nebenbei studierte er an der Universität Arabisch. Nach Beendigung seines Trienniums genügte er zunächst seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger, und begab sich dann (1877) zur weiteren Ausbildung nach Wien, wo er hauptsächlich Astronomie trieb. Schon nach einem Jahre wurde er Eleve, später Assistent an der Wiener Sternwarte. Während dieses Aufenthaltes in Wien reiften seine Pläne. Statt seines ursprünglichen Zieles — Afrika — wurde es Süd-Arabien, dem er, durch seinen späteren Gegner, den damaligen Privatdozenten Dr. D. H. Müller angeregt, sein Augenmerk zuwandte. Dieser führte ihn denn auch in die Anfangsgründe des Sabäischen ein, das Glaser in der Hauptsache allerdings durch Selbststudium sich aneignete. So stand von Anfang an sein Entschluß fest, als „Doppel-Fachmann", wenn ich so sagen darf, nämlich als Sabäist und Astronom, Süd-Arabien zu erforschen, eine Personalunion, die sich in der Folge als so glücklich erwies. Aber zunächst galt es, sich für die Riesenaufgaben vollständig vorzubereiten. Die planmäßige Sorgfalt, die allen seinen Unternehmungen den Stempel aufdrückte, bewies er gleich am Anfänge. Für einen Forschungsreisenden in Arabien ist natürlich die wichtigste Voraussetzung die genaue, praktische Kenntnis der arabischen Sprache; die theoretischen Kenntnisse, die sich Glaser bisher im Arabischen erworben, genügten hierfür selbstverständlich nicht. Zwar hatte er auch in Wien Gelegenheit. Arabisch praktisch zu erlernen, und er machte davon Gebrauch — beim früheren Bürgermeister von Jerusalem und Mitglied des aufgelösten türkischen Parlaments Jussuf Zia al Chalili. Aber er hielt es mit Recht für zweckmäßig, in einem Lande mit arabischer