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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 138

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Eduard Glaser
Date
1909-01-01
Page
138 (sequence 4)
Language
German
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138 — mathematischen Hilfsdisziplinen, Naturwissenschaften, Geodäsie, Geographie rc! Melleicht wichüger noch, als was er bei Lebzeiten veröffentlicht hat, sind die Arbeiten, zu deren Veröffentlichung er leider nicht mehr schreiten konnte: namentlich ein ungeheures Werk über südarabische Inschriften, an dem er in den letzten 5—6 Jahren seines Lebens arbeitete, und die geradezu riesigen Vorarbeiten zu einer Karte der arabischen Halbinsel, von der wir ja bisher nur höchst mangelhafte geographische Kenntnisse besitzen. Ich kann mir als Laie selbstverständlich kein Urteil über die Güte der wissenschaftlichen Arbeiten Glasers erlauben; aber gar manche Wahrnehmungen an seinem Wesen bestärkten in mir wenigstens die Ueherzeugung, daß das Urteil seiner Fachgenossen über seine wissenschaftliche Bedeutung richtig sein müsse: Auf der einen Seite sein ungewöhnlicher Scharfsinn, auf der anderen Seite die Begeisterung für seine Wissenschaft und die Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit seiner Arbeiten. Daß ihm manchmal auch böse Jrtümer unterliefen, kann ja sein; im einen oder anderen Falle, wo er sicki auf Gebiete wagte, die ihm fremd waren, ist dies meiner Ueberzeugung nach sogar zweifellos. Aber man wird doch sagen müssen: Ein Gelehrter, der 100 geniale Entdeckungen und 10 Dummheiten macht, ist unvergleichlich mehr wert als einer, der keine Dummheit, aber auch keine geniale Entdeckung macht. Seine Konjekturen, von denen er oft zu mir sprach, schienen mir bisweilen sehr gewagt, sowohl auf philologischem als linguistischem Gebiete (es mag hier die Bemerkung erlaubt sein, daß die strenge Schulung und Selbstzucht, die die Indogermanistik seit 3 Jahrzehnten auszeichnet, der Semitistik jetzt noch zu fehlen scheint). Aber wenigstens eine Probe von seinem Scharfsinn ist nur bekannt geworden, die allein schon für einen Laien beweiskräftiger sein dürfte, als alle Gelehrten-Urteile der ganzen Welt. Der Engländer Bent hatte im Jahre 1892 von einer historisch wichtigen Inschrift in Abessinien einen

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