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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 136

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Eduard Glaser
Date
1909-01-01
Page
136 (sequence 2)
Language
German
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186 Jahrzehnten für ganz Deutschland. Glaser war nicht blos der Sammler von weit über 1000 neuen Inschriften, die er auf vier gefahrvollen Expeditionen teils im Original, teils in getreuen Abklatschen und Kopien, herausgebracht, er war auch ihr genialer Erklärer. Die Bedeutung dieser alten Texte reicht, wie er zum ersten Mal nachgewiesen, weit über das enHere Gebiet Südarabiens hinaus. Glaser verknüpfte durch leine minäischen Studien die arabische Jnschriftenforschung mit Mose, dem Stifter der mosaischen Religion, dem Hirten aus dem Land Midian, dem späteren Gesetzgeber. Und das gab wieder für andere Forscher den Anlaß zur Verknüpfung dieser Studien mit Hammurabi, der dem Blut und der Abstammung nach sich als Araber erwies. Kein Zweig der weiten semitistischen Studien ist heute ohne Berücksichtigung der Sabäistik zu betreiben, und daß das so ist, ist wieder in erster Linie das Werk Eduard Glasers. Das Leben dieses kühnen und darum auch viel angefeindeten Streiters, das den äußeren Erfolgen nach zunächst wie eine Niederlage anmutet, ist in Wirklichkeit ein Sieg. Was kann man einem Gelehrten Rühmenderes Nachrufen, als daß er der Wissenschaft neue Bahnen gewiesen? Das hat Glaser in eminenter Weise getan und wird es weiter durch seinen wissenschaftlichen Nachlaß tun, wenn längst seine irdischen Reste zu Staub zerfallen sind. .... Sabäistik heißt die Wissenschaft, in der Glaser der anerkannte Meister war. Das uralte berühmte Land Saba in Südarabien, dessen Königin nach dem biblischen Berichte die lange Reise nach Jerusalem inachte, um den König Salomo zu besuchen, ist es, das dieser Wisseirschast den Namen gab; es ist die Kunde des ganzen Südarabiens iir sprachwissenschaftlicher, geschichtlicher, kultururid religionshistorischer u. a. Beziehung. Glaser hatte jene Wissenschaft, die vor ihnr in den Kinderschuheir steckte, zu dem gemacht, was sie heute ist: zu einem blühenden Zweige der semitischen Kulturkunde, die direkt und indirekt, namentlich, da die südarabischen Sprachen aufs engste mit dem Hebräischen verwandt sind, auch für das Verständnis der Bibel von der größten Bedeutung ist. In der Zukurrst wird dies wohl noch mehr anerkannt werden als jetzt, wo die Sabäistik durch die Assyriologie in den Hintergrund gedrängt zu sein scheint. In doppelter Hinsicht hat sich Glaser um diese Wissenschaft unsterbliche Verdienste erworben:

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