Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Eduard Glaser
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 135 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3111067-3111090-3112695--3250-3112853- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Siegfried Lichteustädter. ^fm 10. Mai 1908 wurde auf dem jüdischen Fried- <izi5 Hof in München der große Forschungsreisende und Gelehrte Dr. Eduard Glaser zur ewigen Ruhe bestattet. Wer die Bedeutung des Namens Eduard Glaser nicht kennt, möge sie aus einigen Worten der Ansprache ersehen, die der hervorragende und berühmte Münchener Semitist, der christliche llniversitätsprofessor Hommel, am Grabe hielt: .... Was aber meine Pflicht ist, an diesem Grabe etwas näher auszuführen, sind des Verstorbenen große und unbestrittene Verdienste um die Wissenschaft. Auch hier sollen arabische Laute, die Verse eines Beduinendichters, der vom gleichen Rückert so meisterhaft verdeutschten Hamasa, uns die Stimmung angeben: Der den Tod des Freundes euch ansagt, läßt die Stimm' erschallen laut, indem er ausruft: ,euer Ritter ist gefallen'. Ja, werte Fachgenossen, färisu-kiim hawä, euer Ritter ist gefallen! der uns voranzog, indem er hoch hielt das Banner der Wissenschaft, als ein Fürst und Held im Reich des Geistes. Seit den letzten fünfzehn Jahren war er der Mittelpunkt der hiesigen Semitisten, sowohl der Lehrer als der Schüler, die beide von ihm die reichsten Anregungen empfingen; in der Münchener Gelehrtengeschichte würde ein wichtiges Blatt ohne seinen Namen fehlen. Aber über München hinaus ging über die ganze Gelehrtenwelt hin sein Einfluß. Wie er unser Mittelpunkt war, so war, das darf ohne Uebertreibung gesagt werden, München durch ihn und seine von ihm begeisterten Fachgenossen der Mittelpunkt der südarabischen Wissenschaft in den letzten anderhalb