Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Unsere Familien Chronik
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 127 (sequence 18)
- Language
- German
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127 nimmt. So heißt es nunmehr in der Chronik mit der Ueberschrift: Beispiel wie man Böses mit Gutem vergelten mutz und nicht, wie es der Lauf der Welt ist, Gutes mit Bösem zu bezahlen. Unser Schwager Jakauf Launau war zu einer Zeit unglücklich mit seinem Commie und bat uns denn, ihm als solchen uriseren Bruder David zu geben. Dieser war auch dazu geneigt, nachdem wir ihr: dazu beredet hatten. So diente er ihm treu und redlich 3 Jahre lang und Jakauf war mit seinen Leistungen auch wohl zufrieden. Da wir nun als ältere Brüder für sein weiteres Fortkommen sorgen wollten, so baten wir unseren Schwager, daß auch er mit sorgen möchte, und zwar, daß er sich in Lauenau besetzte, zumal da zur Zeit nur ein Kaufmann dort wohnte, sie könnten beide denn auch in Freundschaft Geschäfte treiben. Hierauf antwortete er, er könnte es unmöglich zulassen, er hätte selbst Kinder, die da einst wohnen sollten. So nahmen wir unseren Bruder wieder zurück, da er bei ihm nichts verdiente und daneben Sklavenarbeit verrichten mutzte. Jetzt nahm er sich einen andern Gehilfen namens Michel, der esbesser verstand und sich in Lauenau niederlietz. So wurde er von Gott bezahlt. Aber wir als Menschen <als humandenkende) lohnten folgendermaßen: Wir hatten einen Diener Leib mit Namen, 17 Jahre. Cr besaß 1600 Th., nahmen ihn zum Nachbar, halfen ihm Haus und Garten kaufen, trieben einen Teil unseres Geschäfts in Companie mit ihm und alles das thaten wir, obgleich er kein Verwandter von uns war, vielmehr ein wild Fremder. Wir beredeten ihn auch, seine Tochter zur Frau zu nehmen, was er auch befolgte, obgleich ihm viel bessere Vorschläge gethan wurden. (Solch edle, uneigennützige Gesinnungen der Behrend'schen Familie verdienen Anerkennung und Ehre.) Mein Sohn Kus el wollte in der jüdischen Schule, wie auch in den anderen Schulen nicht gern lernen, er wollte lieber über Feld gehen und Handel treiben. Als er denn aus der Schule gekommen, gab ich im auf Verlangen für 20 Th. Seidenband, wovon er für 13 Th. verkauft, aber bald war es ihm was Altesund die Luft vorüber. Nunmehr wollte er gern bei anderen Leuten dienen und ich brachte ihn zu Abraham Neuberg in Sarstedt bei Hildeshein 1809, dort blieb er bis den folgenden Hannoverschen Martinimarkt ca. 6 Wochen und kam wieder nach Hause. Unkosten, die ich hiervon hatte, beliefen sich auf 4 Th. Febr. 1810 ist er zu Moses Berliner in Hannover in Condition gekommen, wo er bis Novbr. 1811 verblieb-. Nachdem aber mein Sohn Bernhard zum Oberförster hier gekommen, kehrte Kusel wieder zurück. Seinem Herrn zahlte an Kostgeld 3 Louisdor. (Es ist wohl von Interesse' den Lebensgang seiner vormaligen nahen Verwandten kennen zu lernen und verdient wohl eine Stelle in der Chronik.) Weiter heißt es denn nun: Mein Sohn Bernhard hat bei Rektor Krähler hier 4 Jahre Privatunterricht gehabt, kosten 40 Th. An Buch und Landkarte