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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 125

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Unsere Familien Chronik
Date
1909-01-01
Page
125 (sequence 16)
Language
German
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125 Spanien gezogen und hat es ganz erobert, den König abgesetzt und seinen Bruder Joseph zum Könige eingesetzt. Mai 1809 ist Napoleon mit einer Armee nach Oesterreich gezogen und hat es erobert. September 1809 ist zwischen Beiden Frieden geschlossen, Napoleon verlangte nun des österreichischen Kaisers Tochter zur Frau, was ihm auch zugestanden wurde (oder vielmehr werden mutzte). (Napoleon, der Sohn eines Korsikaners, wollte durch diese Heirat in ein altes legitimes Fürstenhaus seinem Thron mehr Glanz- Verleihen. Er lieh sich daher von seiner ersten Gattin Josephine, Tochter eines Kaufmanns, scheiden. Welche Herzlosigkeit! Mit Recht sagte dann auch seine Mutter Lätizia von ihm, er habe eine Kanonenkugel, wo andere Menschen ein Herz hätten.) Januar 1812 zogen hier wieder viele Franzosen, Holländer durch nach Danzig zu. Dieser Durchmarsch war bis Ende März, dero Zeit hatten wir jeden Tag Einquartierung bei 4—6 7—6—2—3 von allen Völkern und Sprachen, Schweizer, Koraten, Holländer, Franzosen, Italiener, Deutsche. Januar 1813 ist diese Armee von Rußland retour gekommen, wie Schafe ohne Hirt, mechulle mit die Pulle. (Auf Napoleon die Worte Jesaias 6 — 14 und 12, die der Prophet über den Sturz des Königs von Babylon, der das Land Israels erobert und seine Bewohner in die Gefangenschaft geführt und welche lauten: Wie bist Du vom Himmel gefallen. Glanz, Stern, Sohn der Morgenröthe, zur Erde geschmettert, Völker zertreten. Hattest gesprochen in Deinem Herzen: ich ersteige den Himmel, über die Sterne Gottes erhebe ich meinen Thron, wohne in dem höchsten Nord, die Höhen der Wolken erklimme ich, stell gleich mich den Höchsten. Bis in die Unterwelt fährst Du, in die tiefste Gruft, die Dich sehen, die auf Dich blicken, auf Dich schauen und sprachen: Ist dies der Mann, der die Erde erschüttert, der: Weltkreis machte zur Wüste, seine Städte verheerte? usw.) Juli 1808 der Zeit wurden viele Gärten und Wiesen den Einwohnern angewiesen, da suchte ich und mein Nachbar NArller auch hierum nach, weil wir keinen Teil in dem sogenannten Beitel erhalten haben bei der Teilung. Da wurde uns auf einer, rechts an der Grover Masch bei dem Damm, nicht weit von der Graupenmühle ein Platz zum Garten von dem Forstamt angewiesen, was uns 8 Th. Kosten verursachte, weil aber die Hütuud Weide- Interessenten sich hierüber beschwerten, so verblieb das Anweisen und wir haben bis jetzt noch keinen Garten erhalten. Jjar 1809 habe meinen Schwager David von Moritzburg seine Tochter Mirjam, welche bei mir gedient und 800 Th. in der Hannoverschen Lotterie gewonnen, womit sie sich an Lestmann, Sohn Wolfe in.verheiratet hat, nach Stolzenau gebracht und bei Michel Hammerschlag war auf unsere Kosten die Chasne. Ihre Aussteuer, welche sich auf 10 Th. belaufen hat, habe ich ihr aus dem Zehnt-Geld mit Gottes Hilfe bezahlt.

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