Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 116

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Unsere Familien Chronik
Date
1909-01-01
Page
116 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3111067-3111090-3112694--3230-3112834
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

bedacht und b’scholaum zurückgezogen. Die Franzosen sind unbe? helligt hereingekommen. Theile von dem Streif- und Freicorps haben geplündert und gebrandschatzt, welche man aber dabei ertappt hat, sind stark bestraft und erschossen worden. Wir hatten derzeit viele Güter unserer Freunde im Hause, welche befürchteten, sie könnten alle darum kommen. So von Nienburg, Stolzenau, Ohes, Baschehusen (Barsinghausen). Im Monat Ellul sind die meisten Franzosen aus dem Hannoverschen Land durch Hessenland nach Bayern gezogen, und was noch dageblieben, hat sich nach Hameln auf ein Jahr verproviantiert. Derzeit habe ich Bruder Feibisch und Kaufmanu Scher hier viel alt und neu Eisen gekauft, als Räder, Winden, Ketten, Schmiedegeschirr (einen für 3000 Th.) von den Franzosen, die diese Sachen aus dem Zeughaus in Hannover genommen. Hiervon ist mehrenteils von und für 1400 Th. und für mich und Feibisch für 400 Th. und ini Februar 1806 hier in einer Auktion für 600, Th. verkauft und dato war noch circa für 400 Th. netto vorräthig, welche circa 110 Th. auf Spesen zu rechnen ist. Bon Decbr. bis Februar waren viele Preußen, Russen, Engländer, Schweden im Hannoverschen Lande, sind aber alle unverrichteter Sache wieder in die Heimat gezogen. - Am 8. Juni 1803 zog ein Gewitter auf und hat mit einem Kieselwind geendigt. Es war so stark, daß Hans Heinrich Heß in Bandorf sein seit 3 Jahren neugebautes Haus fast demoliert wurde, alle die Sperre abgeweht sind und seine Knechte stark geschädigt, wovon der eine gleichgestorben, nicht weniger ist das Dach seiner Scheune ganz abgeweht und Schmied Osten sein Haus desgleichen, das erst 15 Jahre stand. Am 9ten Mai 1803 hatten wir sämtliche Schutzjuden hier und in Nenndorf mit den hiesigen Kaufleuten und mit Witheln, Aplern Sachen Termin, nämlich die Kaufleute hatten eine Schrift ans Amt übergeben (dahin lautend:) wir sollten nicht handeln, nicht hausiren, nicht viele Diener halten (Commis) dagegen haben wir eine Schrift durch Fürstenau in Rinteln übergeben, wovon sich die Kosten auf 13 Th. 21 Groschen beliefen. Dazu hat Feibisch O. N., Meyer und sein Bruder Gumpel, ich Jtzig und sein Bruder Aron beigetragen. Uebrigens ist die Sache ruhig geblieben. Gotte gebe ferner Frieden uns und ganz Israel. Den 19. Februar ist die Nacht 12 bei dem großen Bruns in Hohnhorst ein Feuer aufgegangen in seiner Scheuer und ist ganz mit noch einer Wohnung von Wilkening abgebrannt, was man präsumiert auf Becker seinen Sohn, daß der es aus Haß angelegt hat, da er seine Tochter heiraten und er sie ihm nicht geben wollte, und statt dessen hat Bruns die Nacht seine Tochter an Schebe in Gr. Nenndorf versprochen, hierauf hat man den Becker hier ins Gefängnis gesetzt und er wollte aber nicht bekennen und ist pleite gelaufen. 8 Tage darauf ist er von Amt Lauenau wieder ausge-- liefert und wieder scharf ins Gefängnis gebracht. April 1804 ist

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.