Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Die weltgeschichtliche Bedeutung des jüdischen Handels
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 100 (sequence 11)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
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100 nische Krieg den Juden Alexandriens und Cyrenaicas so gut wie dem jüdischen Staat den letzten Todesstotz gegeben hatte. Und noch ein anderes eigentümliches Ueberbleibsel einer jüdischen Ansiedlung ist in den schwarzen Juden an der Malabarküste Ostindiens zu verzeichnen, dort wo der Pfeffer wächst und andere Gewürze und Färbestoffe, mit denen der jüdische Handel sich dermaßen identifizierte, daß in Frankreich wie in Deutschland lange Zeit die Judensteuer in so und so viel Pfund Pfeffer bestand. Offenbar haben hier Juden vor alter Zeit eine große Zahl Eingeborener in den Dienst ihrer Handelskolonie genommen, und hat dieses Mischvolk als Rest sich erhalten. Ich könnte noch eine Anzahl solcher halbjüdischen Reiche nennen, wie z.B. Adiabene, dessen Fürsten das Judentum kurz vor der christlichen Aera angenommen haben. Doch kommen wir aus dem Reich der Vermutungen auf den festen Boden bestätigter Tatsachen, wenn wir den Pandekten und besonders dem Theodosianifchen Codex entnehmen, daß Juden indisch-babylonische Ware nach Alexandrien gebracht haben, und daß Alexandrien eine jüdische Schifferzunft besaß; und wenn byzantinische Geschäftsquellen, in Heyd's „Geschichte des Levantehandels" angeführt, von jüdischen Kauffarteischiffen aus Persien berichten, die die kostbaren Güter des Orients in ostafrikanischen Gewässern von Land zu Land transportieren. So redet auch das westgotische Gesetzbuch von transmarini negotiatores, worunter sicherlich Juden und Syrer in gleicher Weise verstanden werden, da die Griechen und Armenier den Westen diesen überließen. Allerdings gelang es Kaiser Justinian, die Seidenindustrie aus China nach Syrien, wo für die Maulbeerbäume und Seidenwürmer das Kliina sich besonders günstig erwies, zu verpflanzen. Er konnte eben doch die jüdischen Bazare von Ktesiphon, Tyrus, Beirut, Damaskus und Seleucia, dem späteren Bagdad, nicht schließen; und die Purpur- und Karmesinfärberei blieb auf viele Jahrhunderte hinaus noch in der Hand der Juden. Die Vertreibung der Juden aus dem byzantinischen