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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 96

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Die weltgeschichtliche Bedeutung des jüdischen Handels
Date
1909-01-01
Page
96 (sequence 7)
Language
German
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96 stummen. Die großen Reichtümer, die die Juden Alexandriens, der großen Handelsmetropole, als Getreide- und Warenlieferanten und Schiffsbesitzer erworben; der Wohlstand, der die Juden Antiochiens, der zweitgrößten Handelsmetropole jener Zeit, zu den reichsten Männern Syriens erhob, wie uns Josephus mit Bezug auf Einen Namens Saramalla mitteilt, oder was uns Inschriften aus der Wunderstadt Palmyra, diesem hundertjährigen Stapelplatz arabischer Handelsprodukte, oder aus dem Küstenland des Bosporus über die Industrie und Handelsunternehmungen jüdischer Kausleute erzählen, oder endlich, was armenische, syrische, persische und talmudische Quellen über zahlreiche und wohlhabende Ansiedlungen ini fernen Osten gelegentlich verraten, — alles das läßt keinen Zweifel darüber, daß die über den weiten Erdball verziveigten Reste des alten Israel gerade durch ihre nationale religiöse Zusammengehörigkeit und ihre früh ausgebildete Vielsprachigkeit schon frühzeitig dazu befähigt und berufen waren, an dem Aufbau des Welthandels einen hervorragenden Anteil zu nehmen. Und haben denn nicht auch die Ptolomäer und Seleuciden bei ihren Städtegründungen die Nutzbarkeit jüdischer Niederlassungen für ihre staatswirtschaftlichen Pläne erkannt? Darum lesen wir von der Verpflanzung jüdischer Kolonisten seitens Artaxerxes' II. einerseits nach Hyrkanien am kaspischeu Meere und andererseits nach dem Wüstensaum des ägyptischen Hochlandes, wobei offenbar die Absicht vorlag, Welthandelsstraßen nach Süd-Arabien einerseits und andererseits nach Indien und China zu bahnen. Wie also in der großen Handelsmetropole Alexandrien, mit Cyrene als Hinterland, jüdischer Unternehmungsgeist den kommerziellen Verkehr mit Rom und dem fernen Westen und Osten zu mächtigem Aufschwung brachte und großen Wohlstand schuf — die Getreideausfuhr nach Rom ging lange Zeit durch jüdische Hände — so verfolgte namentlich Antiochus der Große (223—187) die Politik, den Handelsverkehr mit Indien und China durch neue Ansiedlungen und Städte-Gründungen aus Kosten der Partherkönige anzubahnen; und hierfür nahm er Griechen und Juden

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