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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 69

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Das Buch Ruth
Date
1909-01-01
Page
69 (sequence 6)
Language
German
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—. 69 — ' Betlehem nach Moab gezogen waren, eine zurückkehrte; ihr aber schließt sich eine andere Person, welche aus ' Moab stammt — eine Moabitin — an und kehrt mit ihr zurück in das jüdische Land nach Betlehem. Also -eine Moabitin, eine Fremde, und sie wird die Stammmutter des kölnglichen Davidischen Hauses. Das ist das Letzte, damit schließt die Geschichte. ' . Man denke was allein durch diese Anknüpfungen gegeben ist in einer-so kleinen Geschichte! Schon die Talmudisten haben mit allem Rechte in Bezug auf den ersten Punkt hervorgehoben, was sich denn eigentlich begeben haben möge, wo der Airfang und Ursprung dieser Geschichte sei? Es war also eine Hungersnot im Lande, und ein reicher, ein begüterter Mann verläßt das Land mit seiner Familie und seinem Vermögen, um der Not inr Allgemeinen und der Zudringlichkeit der Bettler in einer Hungersnot im Besonderen zu entgehen. Er für feind Person und seine Familie will sich retten, er will hinaus aus dem Lande des Leids und Unglücks; und daraus schöpfen jene Talmudisten die allgemeine ethische Lehre: Wer sich von dem Schicksale seines Volkes, wer sich von der Gemeinschaft, zu der er gehört, sobald sie im Leid und Unglück ist, trennt, dem wird es nicht vergönnt sein, die Tröstung und Wiederaufrichtung seiner Gemeinschaft zu sehen. Elimelech war hinweggezogen mit seinen beiden Söhnen Machlon und Chiljon, er wollte das Leid daheim nicht sehen in Betlehem - Juda und ging nach Moab, er sollte nun aber auch die Tröstung nicht erleben, daß Gott sich wieder Betlehem-Judas angenommen hatte und er daher mit seiner Familie im Wohlstände Zurückkehren konnte. Elimelech, Machlon Chiljon waren drüben in Moab gestorben. . Man denke, was in diesem kleinen Vorgänge — er wird in der Geschichte mit zwei Worten angedeutet — in der Tat für eine ethische Lehre enthalten ist. Was kann ein wohlhabender Mann mit seiner Wohlhabenheit besseres tun, als daß er dann, wenn das Leid kommt, da ist mit seinen Kräften! Wenn, er sich dem aber entzieht und als Einzelner leben will, indem er sich von

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