Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 40 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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- 4:0 — ' Von I. Theodor ist Lieferung 4 erschienen. Schade, daß das Werk so langsam fortschreitet. Eine Anthologie aus dem Midrasch Tanchuma hat I. Goldberger versaßt. Den Sifre Suta hat B. Königsberger nach handschriftlichen Quellen zum erstenmal gesammelt und ediert. Die deutsche Uebersetzung der kleinen Midraschim von August Wünsche ist in zwei Bänden abgeschlossen. Der unermüdliche Forscher hat nun auch die Mechilta zum erstenmal deutsch übertragen und kommentiert. Die erste Lieferung ist bereits erschienen. Wie bei allen Arbeiten Wünsches ist auch hier die liebevolle Versenkung in den Gegenstand, die gerechte Würdigung des Judentums und das Streben, nicht nur eine genaue, sondern auch eine gute deutsche Uebersetzung zu geben, in hohem Grade anerkennenswert. * * * Mit diesen Arbeiten befinden wir uns eigentlich schon auf dem Boden der jüdischen Literaturgeschichte, der auch in diesem Jahre fleißig angebaut wurde. Eine zusammenhängende Geschichte der jüdischen Literatur hat A. Kecskemiti geschrieben, allerdings leider in ungarischer Sprache, also für die Meisten unverständlich. Bisher ist der erste Band erschienen, der bis 1204 geht. Der zweite Band soll anfangs nächsten Jahres erscheinen. Das Werk, das durch ein Preisausschreiben der Ungarisch- Israelitischen Literaturgesellschaft hervorgerufen wurde, verdient nach dem Urteil eines hervorragenden Sachkenners alles Lob. Es enthält auch Literaturproben. Zwei Publikationen, die besondere Beachtung verdienen, müssen an die Spitze unserer Uebersicht gestellt werden. Der erste Band der gesammelten Schriften von David Kaufmann, den M. Braun herausgegeben hat, und der zweite Band der Ltudies in Judaism von S. Schechter. David Kaufmann mit seinem allumfassenden Geiste, mit seinem stutzenden Wissen, seiner glänzenden Darstellungsgabe und mit seiner glühenden Liebe zum Judentum tritt uns in dieser Aufsätzen wie ein Lebender entgegen. Sie reden eine Sprache, die wir verstehen, und