Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 12 (1909)
- Article
- Literarische Jahresrevue
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 36 (sequence 19)
- Language
- German
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36 M. Gaster veröffentlichte samaritanische „Buch Josua" dauert noch immSr fort, obwohl inzwischen der gegenwärtige Hohepriester der Samaritaner ausdrücklich erklärt hat, daß er die von Gaster veröffentlichte hebräische Rezension des Buches Josua selbst aus Grund des Arabischen verfaßt oder zusammengestellt habe. Die scharfsinnigen Einwände, die A. S. Iahuda bald nach dem Erscheinen des Buches gegen die Echtheit erhoben, sind auch bisher nicht widerlegt worden. In jedem Fall gibt der Streit über das Werk Veranlassung, aus diese Sekte wohl einmal näher einzugehen, und darum wird das Werkvon J.W. Rothstein, Juden und Samaritaner, gewiß vielen willkommen sein. DieHauptProblemeder Gnosis hat P. Bousset von seinem bekannten Standpunkte aus besprochen. Eine jüdische Apologetik im neutestamentlichen Zeitalter, die sich durch vornehme Objektivität und gründliche Sachkenntnis auszeichnet, verdanken wir I. Bergmann. Das Werk reiht sich den besten Schriften über neutestamentliche Zeitgeschichten an. Der Autor gelangt darin zu folgendem Resultat: „Weder das Bild von dem neidischen Dämon, der das neue Licht verhängen oder verdunkeln möchte, noch das Bild von dem müden Greise, dessen Geist und schöpferische Kraft stillstehe und verfalle, trifft für das Judentum des neutestamentlichen Zeitalters zu". Ueber die Strophik der Bergpredigt hat D. H. Müller eine interessante Arbeit publiziert. Zu anderen Resultaten gelangt natürlich I. Benzinger in seiner Studie: „Wie wurden die Juden das Volk des Gesetzes?" Aber das ist ein Erbübel, das nicht auszurotten ist. Die Juden bleiben nun einmal das Volk des Gesetzes und das Christentum bleibt die Religion der Liebe. Da ist es geradezu amüsant, die neueste Publikation Eduard Koenig, Talmud und Neues Testament, daraufhin zu lesen. Eschelbacher hat Schürer angegriffen, weil er das Wort „Thora" durch „Gesetz" anstatt durch Lehre widergegeben. Man höre nun die Argumente des Herrn Professor Koenig. Erstens die deutsche Uebersetzung der Mischna von Jost (1831) und auch Professor Bacher gibt einmal dieselbe