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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1909-01-01 · 12 (1909) · p. 27

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
12 (1909)
Article
Literarische Jahresrevue
Date
1909-01-01
Page
27 (sequence 10)
Language
German
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27 da hatte es den Anschein, als sollte „der kleine Gott von Jerusalem", wie ihn Smend benannte, für die Wissenschaft untergehen im Pantheon der westasiatischenReligionen. Die wenigen alttestamentlichen Forscher, die sich mit aller Energie dagegen stemmten, ein König, Orelli, auch Dillmann u. a. schienen mehr und mehr Prediger in der Wüste zu werden. Aber sie haben Recht behalten. Und daß es jetzt mit einem Schlage anders geworden ist, daß, so gewiß wir Wellhausen und seinen Schülern für ihre eminent scharfsinnigen literarkritischen Arbeiten immerdar Bankschulden werden, deren religionsgeschichtliches Schema einfach, schon überwunden ist, daß gerade eine unbefangene, wissenschaftliche Vergleichung die vollständige Eigenart, die qualitative Ueberlegenheit der Religion Israels über die aller seiner Nachbarn seit des Mose Tagen ergibt, daß, das Licht des „Heiligen Israels" alle anderen Götter - wieder zu Schatten werden läßt, das verdanken wir nicht, zum mindesten der Erschließung des alten Orients." ,; Worauf gründet sich denn eigentlich die kecke, Behauptung, daß die Kultur Palästinas eine Misch-- kultur sei, deren Bestandteile gleicherweise babylonischen, wie ägyptischen Ursprungs sind? Bis jetzt ist weder das eine noch das andere auch nur im entferntesten nachgewiesen worden. Wir wissen nur — und das ist für uns das höchst ergötzliche — daß die Aegyptologen darüber, empört sind, daß die Panbabylonisten den Einfluß' Aegyptens ungebührlich vernachlässigten, daß sie völlig blind seien gegen die ägyptischen Elemente in Vorderasien, und daß sie nunmehr im Ueberschwang der Freude alles aus Babylon herleiten möchten. Dieser Freudentaumel wird sich legen. Man wird zu besonnener Forschung zurückkehren, man wird erkennen, daß.man trotz aller Einflüsse, die ja nicht geleugnet werden sollen, es mit einer Originalkultur zu tun habe, die durch alle Ausgrabungen allein, und mögen diese noch so bedeutend sein, nicht erklärt werden können. Ich will nur ein kleines Beispiel dafür geben. Man hat bei den Ausgrabungen auch israelitische Siegel gefunden. Aber während die babylonischen Siegel durchweg bildliche Darstellungen

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